Skip navigation

Institut für molekulare Virologie und Zellbiologie (IMVZ)

Labor für Molekularbiologie der Filoviren

Bearbeitete Erreger

  • Ebolaviren
  • Marburgviren

Forschungsschwerpunkte

Filoviren (Ebola- und Marburgviren) gehören zu den in Deutschland meldepflichtigen Tierseuchenerregern. Als natürliche Wirte für diese Viren gelten Flughunde; aber auch Nutztiere (insbesondere Schweine) können Filoviren tragen. Als Zoonose-Erreger können Filoviren von Wirtstieren auf den Menschen übertragen werden, und dann schwere hämorrhagische Fieber mit sehr hohen Sterblichkeitsraten hervorrufen. Der Ebolavirus-Ausbruch in West-Afrika in 2014/2015 hat deutlich gemacht, dass diese Viren eine ernste Gefahr für die öffentliche Gesundheit darstellen.  Obwohl in den letzten Jahren beeindruckende Fortschritte in der Entwicklung von Impfstoffen und möglichen Medikamenten gegen diese Viren erzielt wurden, sind bis heute weder Impfstoffe zugelassen noch  Medikamente verfügbar. 

Schwerpunkt unserer Arbeiten ist die Molekularbiologie der Filoviren, mit einem besonderen Fokus auf Virus-Wirt-Interaktionen und dem Replikationszyklus von Ebola- und Marburgviren. Diese Forschungsarbeiten zielen darauf ab, Gemeinsamkeiten zwischen Filoviren und anderen Viren zu finden, die dann als Angriffspunkte für breit wirkende Medikamente gegen eine Reihe von bedeutenden RNA-Viren dienen können. 

Methodisch liegt ein besonderer Fokus unserer Arbeiten in der Entwicklung und Anwendung reverser Genetik-Systeme für Filoviren. Dies umfasst zum einen die Herstellung rekombinanter Ebolaviren, welche wir unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen in einem BSL4-Labor untersuchen werden und mit denen man zum Beispiel die Infektion von Wirtszellen mittels fluoreszierender Reporterproteine visualisieren kann. Darüber hinaus beschäftigen wir uns mit der Entwicklung und Anwendung von sogenannten Lifecycle-Modelling-Systemen, welche es ermöglichen, auch ohne Zugang zu Hochsicherheitslaboren an Filoviren zu forschen. Mit diesen in vitro-Systemen können wir einzelne Schritte oder auch den kompletten Replikationszyklus von Ebola- und Marburgviren untersuchen und besser verstehen. Gleichzeitig stellen diese Systeme auch die Basis für die Entwicklung neuer Impfstoffe, Medikamente und Diagnostika für Tier und Mensch dar.