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Institut für neue und neuartige Tierseuchenerreger (INNT)

Nationales Referenzlabor für TSEs bei kleinen Wiederkäuern (Scrapie) und bei Wildwiederkäuern

Im Jahr 2009 wurden insgesamt zwölf Scrapie-Ausbrüche bei Schafen diagnostiziert. Dabei handelte es sich ausschließlich um Einzelfälle atypischer Scrapie bei Schafen. Seit Einführung der aktiven amtlichen TSE-Untersuchungen für kleine Wiederkäuer im Jahre 2002 wurden damit insgesamt 297 Scrapie-Fälle bei Schafen und kein Fall bei einer Ziege festgestellt. Im Jahre 2009 wurden gemäß Verordnung (EG) Nr. 727/2007 in Deutschland jeweils 10.000 geschlachtete und 10.000 verendete Tiere mit Hilfe eines zur TSE-Überwachung bei kleinen Wiederkäuern zugelassenen Schnelltests untersucht. Das NRL begleitete diese Schnelltest-Untersuchungen durch die fachliche Beratung der insgesamt 18 staatlichen und privaten Schnelltestslabors, durch gutachterliche Stellungnahmen im Rahmen der nationalen und internationalen Zulassung der TSE-Schnelltests und durch praktische Untersuchungen im Rahmen der Chargen-Prüfungen dieser Tests. Ferner wurde die Performance der Anwender durch die Durchführung eines Ringversuches getestet.

In Schnelltests verdächtige Proben wurden mittels der vom OIE-anerkannten Bestätigungstests abgeklärt. Als interne qualitätssichernde Maßnahme ist die Akkreditierung nach ISO 17 025 zu nennen, als externe Maßnahme die Teilnahme an vier Ringversuchen des CRL für die einzelnen Schnelltests, die Bestätigungstests sowie den Diskriminierungstest (s.u.).

Weiterhin wurden gemäß EU-Verordnung 214/2005 alle im Jahr 2009 diagnostizierten TSE-Fälle bei Schafen mittels des FLI-Tests, einem vom EU-Referenzlabor zugelassenen, am FLI entwickelten Diskriminierungstest, untersucht, um eine mögliche BSE-Infektion bei kleinen Wiederkäuern aufzudecken. Alle TSE-Fälle waren demnach atypische Scrapie-Fälle. Dieses Ergebnis wurde den Einsendern unverzüglich mitgeteilt, da es erheblichen Einfluss auf die Bekämpfungsstrategie hat. Auf Grundlage der Erkenntnisse zur genetischen Scrapieresistenz und ihrer Bedeutung bei der Verhütung, Kontrolle und Tilgung der Scrapie wurde der Genotyp sämtlicher TSE-Fälle in Zusammenarbeit mit dem Institut für Tierzucht und Haustiergenetik an der Justus-Liebig-Universität in Gießen bestimmt und den zuständigen Länderbehörden mitgeteilt. Das NRL stand in engem wissenschaftlichen Kontakt mit den NRLs der anderen EU-Mitgliedstaaten und dem CRL am VLA Weybridge. Hierzu gehörten auch die Teilnahme am jährlichen Treffen aller NRLs wie auch die aktive Mitarbeit in der sog. Strain-Typing Expert Group (STEG) des CRL.

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