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Forschungsprojekt Putenhaltung

AG Mastgeflügel

Forschungsbereich Haltung und Verhalten / Arbeitsgruppe Mastgeflügel

 

Einfluss der Fütterungstechnik und des Angebots von Beschäftigungsmaterial auf das Vorkommen von Federpicken und Kannibalismus bei nicht schnabelgekürzten Puten

Hintergrund

Der niedersächsische Tierschutzplan sieht vor, bis spätestens 2018 auf das umstrittene Schnabelkürzen bei Puten zu verzichten. Das Kürzen des Schnabels ist nach § 6 TierSchG grundsätzlich verboten, kann aber - um Schäden durch das Bepicken von Artgenossen zu verhindern - per Genehmigung im Einzelfall erlaubt werden und ist auf diese Weise gängige Praxis geworden. Literaturangaben zufolge liegt trotz Schnabelbehandlung, die bereits in der Brüterei kurz nach dem Schlupf durchgeführt wird, die Prävalenz von durch Bepicken verursachten Hautverletzungen bei Putenhennen bei rund 3 % und bei Putenhähnen bei etwa 12 %.

Das prophylaktische Schnabelkürzen verhindert demnach in gewissem Umfang die Auswirkungen von fehlgeleiteten Interaktionen, beseitigt aber nicht deren Ursachen. Vermutet wird hier ein multifaktorielles Geschehen.

Neben Umweltfaktoren wie ungeeignetem Stallklima, ungünstigen Lichtverhältnissen, Sozialstress, Gruppengröße, Beschäftigungs- und Bewegungsmangel infolge der reizarmen, unstrukturierten Haltungsumwelt werden auch Managementfehler, genetische Dispositionen sowie Fütterungseffekte diskutiert.

Ziel

Ziel der Studie ist es, praxistaugliche Möglichkeiten, die zur Reduktion von Federpicken und Kannibalismus beitragen können, zu entwickeln. Schwerpunktmäßig soll analysiert werden,

in welchen Umfang Puten durch eine modifizierte Fütterungstechnik, die zu einer Erhöhung der benötigten Zeit für die Futteraufnahme führt, vom Bepicken der Artgenossen abgehalten werden können, um so die Prävalenz von Hautverletzungen und Gefiederschäden zu senken.

welche Effekte eine Anreicherung der Haltungsumwelt in Form eines in regelmäßigen Abständen wechselnden Angebotes von unterschiedlichen Beschäftigungsmaterialien auf das Auftreten von Federpicken und Kannibalismus bei Puten hat.

Gefördert von

Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung

Kopfverletzung durch Artgenossen © FLI Celle

Pickverletzung am Schwanzgefieder © FLI Celle

Blutiger Stirnzapfen © FLI Celle

Projektleiterin

Dr. Jutta Berk

Telefon: +49 5141 3846-150

Fax: +49 5141 3846-117

Dörnbergstraße 25/27

29223 Celle

Zur Person

Projektpartner

Dr. Birgit Spindler

Prof. Dr. Jörg Hartung

Telefon: +49 511 953-8864

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

Institut für Tierhygiene, Tierschutz und Nutztierethologie

Bünteweg 17 p

30559 Hannover