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StIKo Vet

Stellungnahme zur Impfung nach Antikörperbestimmung bei Hund und Katze

Es stehen serologische Untersuchungsmethoden zur Verfügung, mit denen Antikörperspiegel gegen canines Staupe- (CDV), Parvo- (CPV) und Hepatitisvirus (CAV) sowie gegen felines Panleukopenie- (FPV), Herpes- (FHV) und Calicivirus (FCV) bestimmt werden können. Die Untersuchung kann entweder in der Tierarztpraxis vor Ort (semiquantitative Tests) oder in spezialisierten Laboratorien durchgeführt werden.

Aus Sicht der StIKo Vet ist die serologische Antikörperbestimmung geeignet, um den Erfolg der Grundimmunisierung gegen CDV, CPV und FPV, z.B. in einem Lebensalter von einem halben Jahr, zu kontrollieren. Darüber hinaus kann eine serologische Untersuchung helfen, für Welpen den geeigneten Impfzeitpunkt gegen diese Viren abzuschätzen. Bei grundimmunisierten, erwachsenen Tieren können die Wiederholungsimpfungen vom Ergebnis der serologischen Untersuchung abhängig gemacht werden.

Seit Einführung kommerzieller Impfstoffe in die Kleintiermedizin wird die veterinärmedizinische Impfpraxis kontrovers diskutiert. In einem viel beachteten Grundsatzartikel forderte Marian Horzinek 2006 möglichst umfassende Grundimmunisierungen von Jungtieren und „maßgeschneiderte Impfungen“ von erwachsenen Tieren. Er plädierte dafür, die damalige Praxis der jährlichen Wiederholungsimpfungen einer Revision zu unterziehen und durch ein jährliches Impfgespräch zu ersetzen, im Zuge dessen die Tiere klinisch und ggf. serologisch untersucht und nur die tatsächlich erforderlichen Impfungen vorgenommen werden [1]. Seither liegt dieser Grundsatz „Mehr Tiere impfen, das einzelne Tier (nur) so oft wie nötig!“ den Impfleitlinien der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin zugrunde.

Bereits zu Beginn der achtziger Jahre gab es Hinweise darauf, dass protektive Antikörperantworten gegen bestimmte impfpräventable, virale Krankheiten bei Hund und Katze sehr langlebig sind [2]. Dies konnte beim Hund für Staupe (CDV), Parvovirose (CPV) und Hepatitis contagiosa canis (CAV) in Infektionsversuchen 4 ¾ Jahre nach der Impfung gezeigt werden [3]. Dabei zeigte sich auch, dass zumindest für diese Krankheiten eine klare Korrelation zwischen neutralisierenden Antikörperspiegeln und Schutz vor klinischer Erkrankung besteht [4]. Bei gut grundimmunisierten Hunden lässt sich teilweise noch 9 Jahre nach der Impfung ein als schützend anzusehender Antikörperspiegel gegen CDV, CPV und CAV nachweisen [5]. In gleicher Weise wurde auch bei Katzen beobachtet, dass Tiere bis zu 7 ½ Jahre nach Immunisierung immer noch sicher vor feliner Panleukopenie, d.h. dem felinen Parvovirus (FPV), geschützt waren [6].

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Bild: Tier-Icon Kleintiere

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