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Pressemitteilung

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Staatssekretär Aeikens besucht Friedrich-Loeffler-Institut für Tierschutz und Tierhaltung

„Politik muss Zeichen setzen und den Tierhaltern Wege aufzeigen, wie Tierwohl praktisch umgesetzt werden kann.“

Celle, 06.07.2017. Am 4. Juli besuchte Staatssekretär Dr. Hermann Onko Aeikens das Institut für Tierschutz und Tierhaltung (ITT) des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) am Standort Celle. Aeikens ist seit Ende 2016 als Staatssekretär im Bundesministerum für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) tätig und informierte sich ausführlich über die Forschungsarbeiten des Instituts.

Das Institut für Tierschutz und Tierhaltung (ITT) ist eines von 11 Fachinstituten des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) an fünf Standorten in Deutschland. In Celle wird vor allem zu praktischen Nutztierwissenschaften geforscht. Dabei stehen Verhaltensansprüche und die tierschutzgerechte Haltung von Nutztieren im Zentrum der Forschungsarbeiten. Für diese Zwecke beherbergt das ITT eine gut ausgestattete Versuchsstation mit Stall- und Laboreinrichtungen. Verschiedene Arbeitsgruppen untersuchen Themenkomplexe zu Geflügel, Schweinen und Rindern. Der Tierschutz erfährt eine immer stärker werdende Aufmerksamkeit in der Gesellschaft. Erst kürzlich hat das BMEL eine Nutztierhaltungsstrategie veröffentlicht, die Umsetzung eines staatlichen Tierwohllabels ist im Gange. Gerade werden die Kriterien für Geflügelhalter entwickelt. Für Staatssekretär Aeikens ist es deshalb wichtig, dass eine praktische Veränderung des Tierhaltungssystems in den landwirtschaftlichen Betrieben tatsächlich möglich ist. Aeikens kommt aus Niedersachsen, einem von Landwirtschaft geprägten Bundesland und ist selbst mit Tieren aufgewachsen, wie er sagt. Er war Landwirtschaftsminister in Sachsen-Anhalt und viele Jahre im niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten tätig. Dr. Lars Schrader, Leiter des ITT, stellte verschiedene Projekte zu Legehennen, Masthühnern und Puten vor. So untersucht “Adapt-Huhn“ die Auswirkungen der Selektion auf Legeleistung auf die Hennen anhand verschiedenster Aspekte, während das Verbundprojekt “Integhof“ die Haltungsansprüche so genannter Zweinutzungshühner erforscht, beispielsweise die Nutzung verschiedener Sitzstangen und erhöhter Ebenen um Ballenentzündungen vorzubeugen. Schwanzbeißen ist ein Problem sowohl bei der Haltung von Schweinen als auch bei Mastbullen, das von vielen Tierhaltern nur mit dem für die Tiere schmerzhaften Schwanzkupieren gelöst wird. „Wie kann der Landwirt auf das Schwanzkupieren verzichten?“, fragt Aeikens in die Gesprächsrunde. Sabine Dippel, Wissenschaftlerin der Arbeitsgruppe Schwein & Rind des ITT, erklärt, dass ein Verzicht auch von finanziellen Mitteln abhängt, die beispielsweise in die Ausbildung der Tierhalter fließen muss. Schwanzbeißen ist ein multifaktorielles Problem, das, wie viele andere, nicht nur von einem ausreichenden Platzangebot abhängt. „Tierschutz hängt nicht zwangsläufig von der Größe des Betriebes ab, sondern ist vielmehr eine Frage des Managements und der Organisation der Tierbeobachtung und –kontrolle“, betont Lars Schrader. Neben der Frage, wie Nutztiere gehalten werden sollten, bilden die Themen Transport und Tötung von Nutztieren einen weiteren Arbeitsbereich des ITT. Das Projekt “TOGIS“ z.B. misst die Tierbelastung bei unterschiedlichen Betäubungs- und Tötungsverfahren von Geflügel im Seuchenfall. Die Forschungsergebnisse aus den einzelnen Untersuchungen und Projekten bilden die Grundlage für tierschutzfachliche Bewertungen und Stellungnahmen. „Das FLI ist als Bundesforschungsinstitut ein wichtiger Berater in allen Fragen der Tiergesundheit für die Bundes- und EU-Politik“, erläutert Prof. Dr. Dr. h.c. Thomas C. Mettenleiter, Präsident des FLI. Präsident und Staatssekretär trafen sich bereits im März auf der Insel Riems, dem Hauptsitz des FLI, um dort gemeinsam den ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck zu begrüßen. „Jetzt habe ich auch eine wichtige Außenstelle des FLI live erlebt, das war spannend. Hier wird viel Wichtiges gemacht und auch ich habe Einiges für meine Arbeit dazu gelernt.“, sagte Aeikens zum Abschluss seines Besuchs, bevor es für ihn wieder nach Berlin ging.

Ansprechpartner:

Dr. Lars Schrader
Telefon: +49 5141 3846-101
Email: Lars.Schraderflide

Besuch des Staatssekretärs Dr. Hermann Onko Aeikens (© FLI)

Lars Schrader im Gespräch mit Staatssekretär Aeikens über das Mastputenprojekt zum Beschädigungspicken (© FLI)

Gruppenfoto - Besuch des Staatssekretärs Dr. Hermann Onko Aeikens (© FLI)

Rundgang übers Gelände, Teilnehmer waren (v.r.n.l.) Dr. Lars Schrader (Leiter des ITT), Prof. Dr. Thomas C. Mettenleiter (Präsident des FLI), Dr. Hermann Onko Aeikens (Staatssekretär im BMEL), Dr. Karin Schwabenbauer (Unterabteilungsleiterin Tiergesundheit und Tierschutz im BMEL), Thomas Bartels (Mitarbeiter im ITT), Anissa Dudde (Mitarbeiterin im ITT), Karsten Knop (Mitarbeiter im ITT), Julia Malchow (Mitarbeiterin im ITT), Dr. Friederike Dirscherl (Mitarbeiterin der Stabsstelle Tierwohllabel des BMEL), Dr. Inga Schwarzlose (Mitarbeiterin im ITT) (© FLI)