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Pressemitteilungen

Gut vorbereitet auf die nächste Tierseuche?

Von Afrikanischer Schweinepest bis West-Nil-Virus:
9. Riemser Diagnostiktage in Greifswald

 

Insel Riems, 19. November 2019. Bisher blieb Deutschland von der Afrikanischen Schweinepest verschont, doch nun ist diese fatale Tierseuche auch im Osten bis auf 80 Kilometer an Deutschland herangerückt. Was kommt im Ausbruchsfall auf die zuständigen Stellen der Bundesländer und das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) zu? Wie geht es mit dem West-Nil-Virus weiter, das in diesem Jahr über 30 Pferde, an die 100 Vögel und auch einige Menschen infiziert hat? Und kommt die Blauzungenkrankheit zurück? Um diese und weitere Fragen geht es am 28. und 29. November bei den 9. Riemser Diagnostiktagen in Greifswald. Im Alfried Krupp Wissenschaftskolleg werden 180 Teilnehmer aus den für Tierseuchendiagnostik zuständigen Laboren der Bundesländer erwartet. Damit ist die Fachveranstaltung, die vom Institut für Virusdiagnostik des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) und der Fachgruppe „Arbeitskreis für veterinärmedizinische Infektionsdiagnostik (AVID)“ der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft ausgerichtet wird, einmal mehr ausgebucht.

In diesem Sommer meldete sich das West-Nil-Virus vor allem in den östlichen Bundesländern eindrucksvoll zurück. Leider kam es erstmals in Deutschland auch zu (bisher glücklicherweise wenigen) Infektionsfällen beim Menschen. Nach seinem ersten Auftritt 2018 ist dieses Virus wohl erfolgreich in heimischen Stechmücken über den Winter gekommen. Ob es sich langfristig bei uns etablieren und weiter ausbreiten kann, bleibt abzuwarten – und umso genauer im Auge zu behalten. Entsprechende Analysen in den Untersuchungseinrichtungen der Länder sind hierfür besonders wichtig, nur so bleibt die Situation bundesweit im Überblick.

Die für die Erstdiagnostik von anzeigepflichtigen Tierseuchen zuständigen Untersuchungslabore der Bundesländer arbeiten eng mit den entsprechenden nationalen Referenzlaboren des FLI zusammen. Über 75 solcher Referenzlabore für anzeigepflichtige Tierseuchen und meldepflichtige Tierkrankheiten betreibt das FLI an den Standorten Insel Riems und Jena. Sie übernehmen die amtliche Bestätigung von Verdachtsfällen und stellen den Landeslaboren Referenzmethoden sowie -material zur Verfügung. Hinzu kommt die Qualitätssicherung der Diagnostik, die insbesondere durch Laborvergleichs-untersuchungen der Referenzlabore gewährleistet wird.

Die Riemser Diagnostiktage bringen ihre Teilnehmer auf den neuesten Stand in der Tierseuchendiagnostik und bieten eine Plattform für den fachlichen Austausch. Am 27. November finden am FLI auf der Insel Riems zudem zwei weitere Fachveranstaltungen statt: der 3. Riemser Fischtag speziell zur Diagnostik und Kontrolle von Fischseuchen sowie ein Satelliten-Workshop zum Next-Generation Sequencing (NGS). Mit dieser Methode zur Tiefensequenzierung des Erbguts von Infektionserregern können sowohl neue Erreger gefunden als auch bekannte Erreger genauer charakterisiert werden.

Das Programm der 9. Riemser Diagnostiktage steht auf der Veranstaltungsseite im Internet zur Verfügung.

Grafik © FLI

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