Tiergesundheit und evidenzbasierte Erfassung des Tierwohls in Forschung und Landwirtschaft sind von zentraler wissenschaftlicher und gesellschaftspolitischer Bedeutung sowie integraler Bestandteil der nationalen Bioökonomiestrategie und des one health-Konzeptes. Ziel von KI-TIERWOHL ist es, ein über den aktuellen Stand der Technik hinausgehendes Set-Up an Tierwohlerkennung zu entwickeln und im Kontext verschiedener Rahmenbedingungen im Verbund zu evaluieren. KI-TIERWOHL führt langfristig zur Entwicklung konkreter Hard- und Software Produkte, die das Tierwohl in Forschung und Landwirtschaft evidenzbasiert, unmittelbar, kontaktlos und effizient erkennen.
Das Ziel von Arbeitspaket 5 ist die Entwicklung eines umfassenden Systems zur automatisierten Erfassung und Bewertung tierbezogener Indikatoren, um das Tierwohl und die Tiergesundheit in Milchviehbeständen nachhaltig zu verbessern. Ein zentrales Element dieses Arbeitspaketes ist der Einsatz der KI-Methode Computer Vision. Hierzu werden bestehende Videodaten genutzt sowie ergänzt durch neu erhobenes Material aus Milchviehbetrieben, um ein automatisiertes Monitoring-System zu entwickeln. Mithilfe von Deep Learning-Algorithmen werden Verhaltensparameter wie Liege-, Steh- und Fressphasen, Aktivität, Lokomotion, Ganganalysen, Tierkontakte und Ressourcennutzung erfasst und ausgewertet. Die Integration dieser Daten erlaubt eine kontinuierliche Überwachung und eine Echtzeit-Detektion von raumzeitlichen Abweichungen, die potenziell auf Gesundheitsprobleme hinweisen. Langfristig wird das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des Tierwohls leisten, indem es frühzeitige Interventionen ermöglicht, die betriebliche Eigenkontrolle vereinfacht und die Grundlage für skalierbare Anwendungen in anderen landwirtschaftlichen Bereichen schafft.
Beteiligte IfE-Wissenschaftler:innen:
PD Dr. Dr. Timo Homeier-Bachmann
Projektkoordination:
Prof. Dr. med. Brigitte Vollmar, Universitätsmedizin Rostock
Kooperationspartner:
Universitätsmedizin Rostock (UMR)
Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN)
Universität Rostock(UR): Fakultät für Agrar, Bau und Umwelt (AUF), Fakultät für Informatik und Elektrotechnik (IEF)
Hochschule Neubrandenburg (HS-NB)
Universität Greifswald (UG): Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät (RSF)
Projekthomepage: https://ki-tierwohl.de/

