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Kurznachricht

Seit Mitte September ist das West-Nil-Virus deutlich aktiver

Nachdem diese Saison bis Anfang September mit einem moderaten Infektionsgeschehen für Deutschland verlief, nahmen die Infektionsfälle in Vögeln und Pferden bis Ende Oktober deutlich zu.

Bis zum 26. Oktober 2026 bestätigte das Nationale Referenzlabor für West-Nil-Virus-Infektionen (WNV) am FLI insgesamt 17 Fälle bei Pferden und 25 Fälle bei Wild- und Zoovögeln. Das Virus trat vereinzelt, aber flächenmäßig weit verbreitet in den bekannten Endemiegebieten wie z.B. Berlin, Brandenburg, Hamburg, Niedersachen, Sachsen-Anhalt, Sachsen oder Thüringen auf. Gehäuft wurden nachgewiesene Erkrankungsfälle bei Pferden und Vögeln in Südwest-Deutschland, speziell im Oberrheingraben (Oberrheinischen Tiefebene) festgestellt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist von einer dauerhaften Etablierung des Virus in diesen neuen Gebieten auszugehen.

Die WNV-Saison ist noch nicht beendet, bei neurologischen Symptomen bei Vogel und Pferd sollte weiterhin eine Infektion mit West-Nil-Virus als wichtige Differentialdiagnose abgeklärt werden.

Trotz allem bleibt das diesjährige WNV-Infektionsgeschehen in Deutschland im Vergleich zu den massiv gestiegenen Fallzahlen in anderen europäischen Ländern in diesem Jahr, wie z.B. Italien, Griechenland oder Frankreich, noch moderat. Auch in den westlichen Nachbarländern wie Belgien oder den Niederlanden gibt es deutlich höhere Infektionszahlen in den Tieren und den Menschen als in Deutschland.

Laut European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) und Europäischer Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zeigt das WNV in 2026 ein noch nie dagewesenes Ausmaß in Europa und betrifft ein größeres geografisches Gebiet als in jeder bisherigen Saison. Die Zahl der Infektionen beim Menschen und der Ausbrüche bei Tieren übersteigt ebenfalls die in den Vorjahren gemeldeten Werte (https://www.efsa.europa.eu/en/efsajournal/pub/10410).

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Pferd und Vogel (© pexels)