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Institut für Virusdiagnostik (IVD)

Nationales Referenzlabor für Equine Virale Arteritis (EVA)

Die Equine Virale Arteritis ist eine Viruserkrankung der Pferde, Esel und Zebras und tritt in vielen Ländern, vor allem in Europe und den USA, auf. Sie ist auch unter Synonymen wie „pinkeye“, „Pferdestaupe“ oder „Rotlaufseuche“ bekannt. 1953 gelang erstmals die Virusisolierung aus Abortmaterial in Bucyrus, USA. Aufgrund der charakteristischen Blutgefäßentzündungen und -veränderungen erhielt das Virus den Namen Equines Arteritisvirus (EAV). Das behüllte, positiv orientierte Einzelstrang-RNA Virus wird zusammen mit dem Lactatdehydrogenasevirus (LDH), dem Porcine Reproductive and Respiratory Syndrome Virus (PRRSV) und dem Simian Haemorrhagic Fever Virus (SHFV) in das Genus Arterivirus der Familie der Arteriviridae eingeordnet.

Die Übertragung von EAV erfolgt durch direkten Kontakt mit akut infizierten Tieren vor allem über Aerosole und Sekrete des Atmungstraktes. Eine Verbreitung des Virus über Tränenflüssigkeit, Blut, Urin und Kot ist ebenfalls möglich. Bei einem EAV-induzierten Abort, stellt das stark viruslastige Abortmaterial eine wichtige Infektionsquelle dar. Ein weiterer bedeutender Übertragungsweg ist die venerische Verbreitung des Virus. Während der akuten Infektion scheiden Stuten über Vaginalsekret EAV aus. Bei infizierten Hengsten persistiert das Virus über lange Zeiträume in den akzessorischen Geschlechtsdrüsen (Prostata, Samenblase) und wird in die Samenflüssigkeit abgegeben, während bei Wallachen und Stuten nach Abklingen der akuten Erkrankung die Virusausscheidung zum Erliegen kommt. Es werden jedoch 30-40 % der EAV-positiven Hengste zu chronischen Ausscheidern, wobei Kurzzeit- (2-5 Wochen), Intermediär- (3-8 Monate) und Langzeitausscheider (Jahre bis lebenslang) unterschieden werden. Diese Hengste bilden das natürliche Virusreservoir und spielen eine bedeutende Rolle bei der Virusausbreitung.

Nach der initialen Vermehrung von EAV in Alveolarmakrophagen kommt es zur Ausbreitung über den Blutkreislauf und zur Infektion von Makrophagen und Endothelien von Blut-und Lymphgefäßen. Durch generalisierte Nekrosen, vor allem der kleinen Arterien, kommt es zur erhöhten Gefäßdurchlässigkeit mit Blutungen und Ödembildung besonders an den Hintergliedmaßen und am Unterbauch. Die meisten natürlichen Infektionen mit EAV verlaufen asymptomatisch, es kann jedoch zu vereinzelten Todesfällen kommen. Insbesondere Fohlen, schlecht genährte Pferde, Parasitenträger und trächtige Stuten könnten hohes Fieber, deutliche Atemwegserkrankungen mit starkem Nasen- und Augenausfluß (Bindehautentzündung) sowie Koliksymptome entwickeln. Weiterhin werden häufig durch direkte Schädigung des Fetus oder durch Veränderungen des Uterus bzw. der Plazenta Aborte oder Frühgeburten ausgelöst, bzw. kann es zur Geburt lebensschwacher Fohlen kommen.

In Deutschland ist ein inaktivierter Impfstoff zur Immunprophylaxe zugelassen.

Zu den Aufgaben des nationalen Referenzlabors für EVA gehören:

  • Antikörpernachweise durch Serumneutralisationstest  zur Verifizierung positiver Befunde und zur
  • Abklärung unklarer Ergebnisse
  • Durchführung von Virus- und Genomnachweisen
  • Ansprechpartner für Bundes- und Länderbehörden
  • (Bereithaltung von Referenzmaterial)
  • Überprüfung, Standardisierung und Weiterentwicklung von Testverfahren
  • Teilnahme an EU-Ringtests
  • Antikörpernachweis: Serumneutralisationstest
  • Virusisolierung in Zellkultur
  • Genomnachweis mittels RT-PCR
  • Charakterisierung von Isolaten mittels Nukleotidsequenzierung
  • Calicivirusinfektionen bei Leporiden (Amtshilfe in Diagnostik, Mangeldiagnostika, Erregercharakterisierung,in vitro Kultur, Impfstoffentwicklung, Pathogenese)
  • Da das NRL derzeit noch in der Etablierungsphase begriffen ist, kann noch kein Referenzserum abgegeben werden.
  • Abgabe von Referenzstämmen
  • OIE-gelistete Krankheit
  • TierSeuchAnzV vom 03.11.2001, zuletzt geändert am 18.12.2009
  • EU-Recht: Richtlinie 92/65/EWG – es dürfen in EU-anerkannten Besamungsstationen keine  Virusausscheider aufgestallt sein