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Institut für Epidemiologie (IfE)

Epidemiologische Beratungsgruppe

Im Falle eines Tierseuchenausbruchs ist es das primäre Ziel, die weitere Ausbreitung der Seuche zu verhindern und dadurch den Schaden zu begrenzen. Dafür müssen möglichst schnell umfassende Erkenntnisse über mögliche Infektionsquellen, Infektionszeiträume und Übertragungswege (z. B. Personen, Fahrzeuge, Tiere, tierische Erzeugnisse und Nebenprodukte etc.) gewonnen werden. Die benötigten Daten werden explorativ im Rahmen von epidemiologischen Ausbruchsuntersuchungen erhoben. Sie tragen zur Erkennung der Ursachen und Verbreitungswege bei und liefern wesentliche Fakten, damit die erforderlichen Bekämpfungs- und Präventionsmaßnahmen ergriffen und angepasst werden können.

Das Institut für Epidemiologie unterhält eine aus mehreren Wissenschaftlern bestehende epidemiologische Beratungsgruppe, die auf der Grundlage des Tiergesundheitsgesetzes (§ 27 Abs. 3) bei der epidemiologischen Untersuchung von Tierseuchenausbrüchen mitwirkt. Sie kann darüber hinaus die zuständigen Veterinärbehörden vor Ort bei epidemiologischen Fragestellungen im Ausbruchsfall beraten (z. B. Stichprobenplanungen, räumliche und zeitliche Analysen). Zur Sicherung einer raschen Einsatzfähigkeit der Gruppe wurde eine Rufbereitschaft eingerichtet. Die Mitglieder der Beratungsgruppe bereiten sich durch regelmäßige Trainingsmaßnahmen auf Einsätze vor.

Im Ausbruchsfall integriert sich die epidemiologische Beratungsgruppe in die örtlichen Strukturen, die zur Bekämpfung der Tierseuchen eingerichtet sind. Sie kann beispielsweise betroffene Tierhalter mittels speziell entwickelter Fragebögen befragen, mögliche Eintragsquellen und Verbreitungswege recherchieren, Tiere klinisch untersuchen, Proben für labordiagnostische Untersuchungen entnehmen und weitere Daten erheben, die für die Verbreitung der Tierseuche wichtig sein können (z. B. Wetter, Wildtiere in der Region). Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden zusammengefasst und epidemiologisch bewertet. Sie können gegebenenfalls zur Verhinderung großflächiger Sperrmaßnahmen und Massentötungen von Tierbeständen beitragen. In jedem Fall dienen die gewonnenen Erkenntnisse dazu, den Kenntnisstand in Bezug auf die Epidemiologie von Tierkrankheiten zu verbessern.