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Institut für neue und neuartige Tierseuchenerreger (INNT)

Nationales Referenzlabor für Japan-Enzephalitis-Virus (JEV)

Das Japanische-Enzephalitis-Virus (JEV) gehört wie die Dengue-Viren, die Gelbfieber-Viren oder die West-Nile-Viren zur Familie der Flaviviren.  Das Genom besteht aus einer einzelsträngigen Plus-Strang-RNA von ca. 11 kb (Kilobasen) Grösse. Auf dieser ist die Information für 3 Strukturproteine (Kapsel-, Membran- und Hüllproteine) und 7 Nichtstrukturproteine (Enzyme) kodiert. Japanische Enzephalitis tritt nicht nur in Japan auf, sondern auch in anderen Ländern in der gemäßigten und tropischen Zone Südost-Asiens. Jährlich sterben dort 30.000 bis 50.000 Menschen an solchen Infektionen. Schwerpunkte sind dabei ländliche Regionen mit Reisproduktion und Schweinezucht. Infektionen kommen aber auch in urbanen Regionen in entwickelten Ländern Asiens vor. Das Virus wird durch Mückenstiche übertragen. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich. Das Virus befällt auch Haustiere wie Pferde, Schweine oder Hunde. Über 95 Prozent der Infektionen beim Menschen verlaufen asymptomatisch, 5 Prozent der Infizierten entwickeln Enzephalitiden (oft mit neurologischen Spätschäden), wovon jeder 200. Fall tödlich endet.

Das NRL konnte Serum von 6 geimpften Pferden gewinnen, die aufgrund der Olympiadeteilnahme 2008 mit einem inaktivierten JEV-Impfstoff vakziniert waren. Dieses Referenzmaterial dient zunächst für  serologische Spezifitätsprüfungen mit anderen Flaviviren (z. B. WNV) soll aber auch perspektivisch mit geeigneten serologischen Methoden auf das Vorhandensein von JEV-Antikörpern untersucht werden. Weiterhin wurde am NRL ein quantitativer real-time RT-PCR-Assay etabliert.