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Institut für neue und neuartige Tierseuchenerreger (INNT)

Nationales Referenzlabor für virale Pferdeenzephalomyelitiden (EEEV, VEEV, WEEV)

Im Nationalen Referenzlabor für Equine Enzephalomyelitiden werden Erkrankungen untersucht, die durch das venezolanische (VEE), östliche (EEE) und westliche (WEE) Pferdeenzephalomyelitisvirus verursacht werden. Die auslösenden Viren gehören dem Genus Alphavirus aus der Familie Togoviridae an und werden in die Gruppe der Arboviren eingeordnet, da sie über Stechmücken übertragen werden. Das Hauptreservoir bilden Vögel, bzw. im Falle des VEEV auch kleine Säugetiere, die selbst nicht oder nur leicht erkanken. Pferde und Menschen sind für EEEV und WEEV sogenannte Fehlwirte, von denen keine erneute Infektion ausgeht. Diese Infektionen verlaufen meist asymptomatisch, können aber auch mit massiven zentralnervösen Schädigungen und dem Tod einhergehen. Im Falle von VEEV kommt es ebenfalls meist zu milden Verlaufsformen, allerdings können Pferde und Menschen auch als Infektionsquelle fungieren.

Das Nationale Referenzlabor wendet verschiedene molekularbiologische und biochemische Methoden in Kombination an, um diese anzeigepflichtigen Krankheiten sicher identifizieren und differenzieren zu können. Während einer akuten Virämie ist der Nachweis des viralen Genoms in Proben aus dem zentralen Nervensystem mittels einer „Nested“-RT-PCR möglich, wobei Primer eingesetzt werden, die spezifisch für die einzelnen Viren sind. Neben diesem qualitativen Genom-Nachweis wurden quantitative RT-PCRs etabliert, die auch eine Aussage über die Viruslast der eingesandten Proben erlauben. Um eine Aussage über den serologischen Status eines eventuell infizierten Organismus machen zu können, wurden zwei ELISA-Systeme für EEEV und VEEV etabliert. Zum einen wurde ein ursprünglich am OIE-Referenzlabor in Ames/Iowa etablierter IgM-ELISA weiterentwickelt. Mit diesem Test kann eine akute Infektion von Pferden mit EEEV bzw. VEEV nachgewiesen werden. Zum anderen wurde ein neuer kompetitiver ELISA entwickelt, der auch eine speziesübergreifende Diagnose erlaubt. Mit beiden ELISA-Testsystemen wurden Pferdeseren aus verschiedenen Teilen Deutschland getestet und erwartungsgemäß keine positiven Befunde erhalten. Derzeit ist eine Validierung dieser beiden ELISAs mit serologisch (PRNT) charakterisierten Proben in Zusammenarbeit mit dem OIE-Referenzlabor in Vorbereitung. Da diese geschilderten Testsysteme inaktiviertes Vollvirus als Antigen erfordern, laufen Untersuchungen zur Verwendung rekombinanter Hüll-Proteine.