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Institut für neue und neuartige Tierseuchenerreger (INNT)

Nationales Referenzlabor für West-Nile-Virus (WNV)

Das West-Nile-Virus (WNV) ist ein „arthropod-borne“ (Arbo-)Virus innerhalb der Gattung Flavivirus in der Familie der Flaviviridae. Es gehört zur Gruppe der Japan-Enzephalitis-Viren, wird durch Moskitos übertragen und besitzt ein hohes zoonotisches Potential. Infizierte Wildvögel fungieren als Virusreservoir. Durch veränderte Klimabedingungen und die bereits vorhandenen Hauptvektoren des WNV (Culex pipiens-Stechmücken) im Süden Deutschlands ist nicht auszuschließen,  dass sich dieser Erreger nach einem Eintrag halten und verbreiten kann. Gleichzeitig zeigt der Ausbruch von WNV bei Wildvögeln in Österreich im Herbst 2008 und bei Pferden in Italien 2008 und 2009, dass sich das Virus immer weiter nordwärts ausbreitet. Auch im Jahr 2009 wurde das aktive Überwachungsprogramm an Hunderten von Proben von Vögeln und Pferden am FLI weitergeführt. Im Ergebnis dieser Studie konnten WNV-spezifische Antikörper bei mittel- bis langstreckenziehenden Zugvögeln nachgewiesen wurden, Bei Standvögeln, Wirtschaftsgeflügel in Freilandhaltung oder bei Pferden gab es keine Antikörperfunde. Ebensowenig wurden WNV-spezifische Nukleinsäuren in den untersuchten Proben nachgewiesen.

Seit Mai 2009 ist ein konventioneller Tot-Impfstoff (Innovator® Fort Dodge) für den Einsatz bei Pferden in Deutschland zugelassen. Am NRL wurden deshalb erste Verlaufstudien zur Antikörperbildung nach Vakzination bei Pferden mittels des Serum-Neutralisationstest durchgeführt. Zur Verbesserung der Diagnostik, vor allem zum Einsatz als Screening-Verfahren und zur Anwendung bei sehr geringen Pobenvolumina (insbesondere von Wildvögeln) wurde ein indirekter ELISA auf der Basis von rekombinantem Protein entwickelt. Gleichzeitig befinden sich derzeit 2 ELISA-Verfahren für WNV-Antikörper in der nationalen Zulassung.