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Ansteckende Blutarmut der Einhufer in Deutschland

Stand: Januar 2011

Im Jahr 2010 wurden in Deutschland 27 Fälle der Ansteckenden Blutarmut der Einhufer festgestellt - die bisher höchste Anzahl. In einem Fall war ein Esel betroffen, ansonsten waren es nur Pferde. Eine wichtige Rolle spielten dabei Pferde aus Rumänien. Diese wurden vermutlich ohne die erforderlichen Gesundheitszeugnisse und Untersuchungsergebnisse nach Deutschland transportiert. Die ansteckende Blutarmut der Einhufer ist eine anzeigepflichtige Tierseuche.

Bei der Erkrankung handelt es sich um eine Virusinfektion von Pferden und anderen Einhufern (z.B. Esel, Maultiere und Zebras), die sich als akute oder chronische Krankheit mit Fieberschüben zeigt und nach unterschiedlich langem Verlauf tödlich enden kann. Jedoch treten in 30-90 % der Fälle keine Krankheitssymptome auf, die Tiere bleiben gesund erscheinende Virusträger, sogenannte asymptomatische Carrier. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch blutsaugende Insekten, eher selten durch direkten Kontakt zwischen den Tieren. Die Inkubationszeit beträgt etwa zwei bis sechs Wochen. Die betroffenen Tiere müssen getötet werden, da sie lebenslang Virusträger bleiben. Eine Behandlung oder Impfung ist nicht möglich. Menschen sind nicht gefährdet.

Die Krankheit tritt überwiegend in Nord- und Südamerika, Afrika, Asien Australien sowie Süd- und Osteuropa auf. Rumänien gilt als Endemiegebiet für die ansteckende Blutarmut der Einhufer. In nord- und mitteleuropäischen Ländern kommt die Krankheit nur sporadisch vor. 

Tiere mit unklarer Symptomatik (therapieresistente Fieberschübe) sollten sofort dem Haustierarzt vorgestellt werden. Bei Seuchenverdacht muss das Veterinäramt informiert werden. Vor dem Ankauf von Pferden unklarer oder verdächtiger Herkunft muss dringend gewarnt werden.