Direkt zur Hauptnavigation springen Direkt zum Inhalt springen

Institut für Virusdiagnostik (IVD)

Nationales Referenzlabor für Schmallenberg-Virus (SBV)

Informationen des FLI zur aktuellen SHAV-Situation

Shamonda-Virus

Im Herbst 2011 wurde erstmals ein Orthobunyavirus der Simbu-Serogruppe in Deutschland nachgewiesen. Das durch Gnitzen (blutsaugende Mücken) übertragene Schmallenberg-Virus (SBV) löst Erkrankungen vor allem bei Wiederkäuern aus. Beginnend im deutsch-niederländischen Grenzgebiet hat sich SBV innerhalb kürzester Zeit deutschlandweit und über weite Teile Europas ausgebreitet und kommt nun enzootisch in Europa vor. 

Im Sommer 2026 wurde wieder ein neues Virus der Simbu-Serogruppe in Deutschland nachgewiesen. Das neue Virus zeigt in allen drei Segmenten die höchste Verwandtschaft zum Shamonda-Virus (SHAV).

Mit Schmallenberg- oder Shamonda-Virus infizierte adulte Tiere zeigen keine oder kurzzeitig milde Symptome wie Fieber, Milchleistungsrückgang oder Durchfall. Werden allerdings seronegative trächtige Wiederkäuer wie Rinder, Schafe und Ziegen mit dem Schmallenberg-Virus infiziert, so können zeitverzögert zum Teil erhebliche kongenitale Schäden, Frühgeburten und Störungen im Fruchtbarkeitsgeschehen auftreten, wobei eine Infektion in trächtigen Schafen häufiger zu Missbildungen führt als beim Rind. Nach einer Infektion zu einem späteren Trächtigkeitszeitpunkt ist auch die Geburt serologisch positiver Kälber und Lämmer möglich. Für das Shamonda-Virus ist die Datenbasis deutlich kleiner als für das Schmallenberg-Virus. Rinder gelten als wichtige Wirte. Für kleine Wiederkäuer, Wildwiederkäuer und andere Säugetiere bestehen bei der Simbu-Serogruppe grundsätzlich plausible Infektionsmöglichkeiten, für das Shamonda-Virus selbst ist die Datenlage aber begrenzt. Fetale Missbildungen sind in Rindern dokumentiert. 

Bei der Infektion mit dem Schmallenberg-Virus handelt es sich um eine meldepflichtige Seuche.

  • Ansprechpartner für Bundes- und Länderbehörden zu Fragen der SBV- und SHAV-Diagnostik
  • Genomnachweise zur Abklärung unklarer Ergebnisse
  • Charakterisierung von Virusisolaten
  • Bereitstellung von Referenzmaterialien (Virus)
  • Überprüfung, Standardisierung und Weiterentwicklung von Testverfahren
  • Chargenprüfung von SBV-Diagnostika
  • Durchführung von Qualifizierungsmaßnahmen z. B. für Mitarbeiter der Untersuchungsämter
  • Durchführung nationaler Ringvergleichstests
  • Beteiligung an Arbeitsgruppen und Forschungsprojekten der Europäischen Union
  • Forschungsarbeiten zu SBV, SHAV und weiteren Viren der Simbu-Serogruppe
  • Genomnachweis mittels RT-PCR
  • Stammcharakterisierung durch Genomsequenzierung
  • SBV-Antikörpernachweis mittels ELISA
  • Nachweis von Antikörpern gegen SBV und weitere Viren der Simbu-Serogruppe mittels Neutralisationstest und indirektem Immunfluoreszenztest