Zum Inhalt springen

Institut für Nutztiergenetik (ING)

Historie und Entwicklung

Auf dem Gutsbetrieb des Klosters Mariensee in Neustadt am Rübenberge wurde um 1896 ein Remonteamt gegründet, wo junge Pferde für den Militärdienst ausgebildet wurden. Seit 1946 wird dort Tierzuchtforschung betrieben. Die Entwicklung der Forschungseinrichtung begann mit dem Anpachten des Klostergutes, um dort die Arbeiten des 1939 in Dummerstorf bei Rostock gegründeten "Kaiser-Wilhelm-Institutes für Tierzuchtforschung" nach Ende des 2. Weltkrieges weiterzuführen. Das Dummerstorfer Institut wurde zum „Forschungszentrum für Tierproduktion“ der Akademie für Landwirtschaftswissenschaften in der ehemaligen DDR und nach der deutschen Wiedervereinigung als "Forschungsinstitut für die Biologie landwirtschaftlicher Nutztiere“ der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz (WGL) zugeordnet.

In der Gründungssitzung der Max-Planck-Gesellschaft im Februar 1948 bekam die Einrichtung in Mariensee den Namen "Max-Planck-Institut (MPI) für Tierzucht und Tierernährung“. Fast gleichzeitig wurden das bundeseigene Remonteamt im Nachbardorf Mecklenhorst sowie die Güter Trenthorst und Wulmenau in Schleswig-Holstein in das Institut integriert. Zu diesem Zeitpunkt standen in der Forschung die Verbesserung der quantitativen Leistungsmerkmale der Nutztiere sowie ihre Fütterung zur Sicherung der Versorgung der Bevölkerung mit tierischen Nahrungsmitteln im Vordergrund. Die Ergebnisse dieser Forschungsarbeiten wurden unter anderem in einer eigenen Schriftenreihe des MPI in Mariensee dokumentiert. Bis zur Beendigung aller Forschungsarbeiten zu landwirtschaftlichen Themen in der MPG verblieb das Marienseer Institut in der Max Planck Gesellschaft.

Im Jahre 1974 erfolgte die Angliederung an die Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) mit Hauptsitz in Braunschweig-Völkenrode als „Institut für Tierzucht und Tierverhalten“ und damit in die Ressortforschung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV).

Die Aufgaben der Ressortforschung des BMEL sind:

  • Erarbeitung wissenschaftlicher Grundlagen als Entscheidungshilfen für das BMEL
  • Erweiterung der wissenschaftlichen Erkenntnisse

Das Marienseer Institut wurde durch eine endokrinologische Arbeitsgruppe erweitert und baute die Bereiche Fortpflanzungsbiologie sowie Prozess- und Produktqualität aus. In den letzten Jahren konzentrierten sich die Arbeiten in Mariensee bereits auf Aspekte der Nutztiergenetik bei landwirtschaftlichen Groß- und Kleintieren.

Mit der Neuordnung der Ressortforschung des BMELV und der damit verbundenen Auflösung der FAL wurde das Marienseer Institut als "Institut für Nutztiergenetik" am 01.01.2008 dem Friedrich Loeffler Institut (FLI) zugeordnet. In den nächsten Jahren sollen die baulichen Voraussetzungen geschaffen werden, um die FLI-Institute in Celle und Braunschweig am Standort Mariensee aufzunehmen. Aktuell gliedert sich das Institut in zwei Forschungsbereiche, eine Arbeitsgruppe sowie die Versuchsstation und die Verwaltung.

Forschungsbereiche/Arbeitsgruppen

  • Biotechnologie
  • Funktionelle Genetik und Bioregulation (bis Oktober 2017)
  • Züchtung und genetische Ressourcen
  • Molekulare Mikrobiologie und Antibiotikaresistenzen

Zehn planmäßige Wissenschaftler sowie jährlich etwa 30 bis 40 Volontäre und Gastwissenschaftler werden bei ihren Forschungsarbeiten von etwa 100 technischen Mitarbeitern in den Labors und in Versuchsstation und Verwaltung unterstützt.