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Informationssysteme und Datenbanken

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GIS [Geographische InformationsSysteme]

Geographische Informationssysteme (GIS) dienen der Visualisierung, Abfrage und Analyse von raumbezogenen Daten. Karten werden seit Tausenden von Jahren zur Darstellung und Analyse von geographischen Informationen verwendet. GIS setzen diese alte Tradition mit neuen Methoden fort.

Aufgaben von geographischen Informationssystemen in der Tierseuchenbekämpfung

Einsatz finden GIS vor allem bei anzeigepflichtigen Tierseuchenausbrüchen. Sie unterstützen den Amtstierarzt bei der Definition von Sperrgebieten, Bestandszählungen wie auch der Planung von Bekämpfungsmaßnahmen. Routineaufgaben werden mit GIS erleichtert, indem zum Beispiel Stichprobenpläne bzw. Herdenstatistiken raumbezogen erstellt werden können.

Mit Hilfe geographischer Analysemethoden kann man die räumliche und zeitliche Ausbreitung von Tierseuchen untersuchen und Risiken beschreiben. Die Ergebnisse solcher Studien können dann in räumliche Simulationsmodelle einfließen, die die Krankheitsausbreitung auch im Raum beschreiben.

Bei einigen Tierkrankheiten spielt die Umwelt eine nicht unerhebliche Rolle bei der Entstehung von räumlichen Verteilungsmustern der Erkrankung. Mikroklima oder Habitat können das Auftreten einer Erkrankung erst ermöglichen oder sogar ausschließen. Untersuchungen basierend auf hochauflösenden geographischen Daten wie Luft- oder Satellitenbildern dienen dem Erkennen und Verständnis solcher räumlichen Verteilungen.

Aktuelle Arbeiten

  • GIS-Datenbasierte Risikobestimmung als Funktion der Entfernung zu einer Punktquelle am Beispiel von Primärausbrüchen der Europäischen Schweinepest 
  • Epidemiologisch-geographische Analyse von potentiellen Faktoren, die die räumliche Verteilung von Wildtierkrankheiten beinflussen mit Hilfe von GIS ((Echinococcus multilocularis Infektionen bei Füchsen, Wildschweinepest, Tollwut, Aujeszkysche Krankheit beim Schwarzwild, Trichinella spiralis Infektionen bei Füchsen, Trematoden-Infektionen bei Füchsen und Schafen, Fasciola hepatica bei extensiver Weidehaltung von Rindern) 
  • in Zusammenarbeit mit der Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft (BFH) die GIS-basierte Aufbereitung von Telemetriedaten zur Bestimmung von Homerange-Größe, Habitatnutzung und Migrationsverhalten von Füchsen in Ostbrandenburg 
  • Ableitung von räumlichen Heterogenitätsparametern aus realen Landschaftsdaten zur Implementation in ein gitterbasiertes Simulationsmodell Tollwut 
  • Adaptation geographischer Analysemethoden aus der Humanmedizin und Ökologie zur Untersuchung der räumlichen und zeitlichen Ausbreitung von Tierseuchen und Implementation der Algorithmen in ein GIS-Tool 
  • Entwicklung von explorativen geographischen Analysemethoden für Daten auf der Basis von künstlich gezogenen Grenzen 
  • Raumbezogene Analyse von humanen Fällen der Amerikanischen Viszeralen Leishmaniose und der Amerikanischen Kutanen Leishmaniose im Bundesstaat Bahia, Brasilien in Zusammenarbeit mit der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität von Bahia, Salvador, Brasilien.