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Institut für Virusdiagnostik (IVD)

Nationale Referenzlabore für Maul- und Klauenseuche, Vesikuläre Schweinekrankheit und Vesikuläre Stomatitis (NRLs für MKS, SVD, VS)

Die Maul- und Klauenseuche (MKS) ist eine fieberhafte Allgemeinerkrankung der Klauentiere, die zur Bildung von Bläschen (Aphthen) und Erosionen an kutanen Schleimhäuten und unbehaarten Teilen der Haut führt, insbesondere im Bereich des Maules und der Klauen. Die Krankheit wird hervorgerufen durch Viren des Genus Aphthovirus der Familie Picornaviridae. Es gibt 7 Serotypen (O, A, C, ASIA, SAT1, SAT2, SAT3), die noch weiter unterteilt werden in ca. 60 Subtypen.

Die Krankheit verläuft bei erwachsenen Tieren meist nicht letal, führt aber zu einem lang anhaltenden Leistungsabfall. Bei Jungtieren können hohe Verluste durch Schädigung des Herzmuskels auftreten.

Die MKS gehört wegen ihrer potentiell katastrophalen Auswirkungen auch heute noch zu den wirtschaftlich bedeutsamsten Tierseuchen. Ihre besondere Bedeutung beruht auf ihrer hohen Kontagiosität sowie auf den wirtschaftlichen Verlusten infolge der zu ihrer Bekämpfung erforderlichen drastischen Sperr- und Kontrollmaßnahmen. Durch die Zunahme, Beschleunigung und Liberalisierung von Handel und Reiseverkehr sind die Bedingungen für eine Wiedereinschleppung und explosive Ausbreitung in Europa und damit auch in Deutschland jederzeit gegeben.

Die wichtigste Aufgabe des nationalen Referenzlabors für MKS und differenzialdiagnostisch bedeutsame Krankheiten - Vesikuläre Schweinekrankheit (SVD) und Vesikuläre Stomatitis (VSV) - ist die unverzügliche labordiagnostische Abklärung von MKS-Verdachtsfällen. Bei einem Ausbruch ist anschließend das isolierte Virus zu charakterisieren, um ggf. Empfehlungen für einen Impfstoff abgeben zu können. Wenn es gelungen ist, die Seuche zum Stillstand zu bringen, müssen serologische Untersuchungen die Entscheidungen über die Aufhebung von Sperrmaßnahmen unterstützen. Von besonderer Bedeutung sind hierbei serologische Verfahren (NSP-Serologie), die es erlauben, infizierte Tiere in einer geimpften Population zu erkennen. Weitere Aufgaben sind die Import/Export Diagnostik sowie die Prüfung von Impfstoffen und Diagnostika und die fachliche Mitarbeit bei ihrer Zulassung.

Das NRL für MKS dient als Ansprechpartner für Behörden des Bundes und der Länder sowie und der DG SANCO der EU-Kommission. Es betreibt Forschung auf dem Gebiet der MKS-Diagnostik, Immun- und Einschleppungsprophylaxe. Die derzeitige Entwicklungsarbeit konzentriert sich auf die Weiterentwicklung der Markerdiagnostik und die Prüfung und Auswahl von Impfstoffen.

  • Antigen- bzw. Genomnachweis in Untersuchungsmaterial
  • Antikörpernachweis
  • Ansprechpartner für Bundes- und Länder- sowie EU-Behörden zu Fragen der MKS- Diagnostik und Bekämpfung
  • Überprüfung, Standardisierung und Weiterentwicklung von diagnostischen Verfahren
  • Teilnahme an EU-Ringtests
  • Beteiligung an Arbeitsgruppen und Forschungsprojekten der Europäischen Union und der FAO (Research Group of the European Commission for the Control of Foot-and-Mouth Disease)
  • Forschungsarbeit zur Weiterentwicklung der MKS Diagnostik sowie zu Fragen der Immun- und Einschleppungsprophylaxe
  • Virusnachweis mittels Zellkulturisolierung (Monolayer, Plaquetest)
  • MKS- und SVD-Antigennachweis im ELISA
  • MKS-Genomnachweis mit (real-time) PCR
  • SVD-Genomnachweis mit (real-time) PCR
  • MKS-Antikörper: LPB-ELISA, SPC-ELISA, NSP-ELISA sowie Neutralisationstests
  • SVD-Antikörper: ELISA und Neutralisationstest
  • Stomatitis Vesicularis Antikörper: Neutralisationstests
  • FMD-DISCONVAC 226556
  • Verordnung zum Schutz gegen die Maul-und Klauenseuche
  • Verordnung zum Schutz gegen die vesikuläre Schweinekrankheit
  • Tierimpfstoff-Verordnung
  • Richtlinie 2003/85/EU (COUNCIL DIRECTIVE 2003/85/EC of 29 September 2003 on Community measures for the control of foot-and-mouth disease)