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Institut für neue und neuartige Tierseuchenerreger (INNT)

Nationales Referenzlabor für Rifttalfieber-Virus (RVFV)

Das Rifttalfieber-Virus (engl. Rift Valley Fever Virus) gehört zur Familie der Bunyaviren, Genus Phlebovirus, und tritt nur in einem Serotyp auf. Der Erreger, welcher bis jetzt nur in Afrika sowie auf der arabischen Halbinsel nachgewiesen worden ist, wird durch Stechmücken v.a. der Gattungen Aedes und Culex übertragen und verursacht perakute oder akute zoonotische Erkrankungen. Unter bestimmten klimatischen Bedingungen wird die Vermehrung der Vektoren begünstigt, was ein gehäuftes Auftreten von Infektionen mit dem Rifttalfieber-Virus zur Folge hat. Kennzeichnend für die Erkrankung sind hämorrhagisches Fieber sowie eine hochgradige Leberschädigung. Besonders empfänglich sind Hauswiederkäuer (Schaf, Ziege, Rind), eine Erkrankung dieser Spezies führt zu hohen Abortraten und einer hohen Mortalität bei Neugeborenen. Resistenter gegenüber einer Infektion mit dem Erreger sind ältere, nicht tragende Tiere. Nicht in Afrika beheimatete Rassen oder Stämme bzw. solche, die aus nicht-endemischen Gebieten stammen, scheinen eine höhere Empfänglichkeit aufzuweisen. Die Abortraten bei Kamelen sind vergleichbar mit denen beim Rind, jedoch erkranken Kamele meist klinisch inapparent.

Eine Infektion des Menschen mit dem Rifttalfieber-Virus erfolgt durch Kontakt mit infiziertem Material oder durch Insektenstiche. Die Übertragung des Virus auf diesem Wege kommt vor allem in Gebieten mit einer geringen Wiederkäuerbestandsdichte vor. Dort kann die Erkrankung zuerst beim Menschen auffällig werden. Bei Laborpersonal ist es bereits zu schweren Erkrankungen mit Fieber, Hepatitis und Hirnhautentzündung gekommen, weshalb eine Impfung der Labormitarbeiter dringend anzuraten ist

Im nationalen Referenzlabor für Rifttalfieber-Virus wurden im Jahr 2009 diagnostische Methoden etabliert, sodass im Bedarfsfall eine Abklärung von Verdachtsproben geleistet werden kann. Zu diesem Methoden gehört zunächst die real-time RT-PCR zum Nukleinsäure-Nachweis. Dazu wurden die publizierten real time RT-PCR-Protokolle zur Detektion des M-Segments (Drosten et al., 2002) bzw. des S-Segments (Bird et al., 2007) etabliert und an einigen zur Verfügung stehenden Kontrollseren validiert. Parallel hierzu wurden auch verschiedene kommerziell angebotene ELISA-Testverfahren erworben. Diese dienen dem Nachweis von IgM- oder IgG-Antikörpern bzw. dem Antigen-Nachweis in Seren infektionsverdächtiger Tiere. Die Etablierung und Validierung dieser Methoden wird in Kürze erfolgen. Im Sinne einer fundierten Absicherung der hier etablierten Nachweismethoden wurden Kooperationen mit verschiedenen Instituten in Afrika (Tansania, Senegal, Südafrika, Äthiopien) initiiert, die natürlich auch die Zusammenarbeit in wissenschaftlichen Projekten einschließen wird.