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Nationales Referenzlabor für SARS-CoV-2-Infektionen bei Tieren

Informationen des FLI zur aktuellen SARS-CoV-2-Situation

Coronavirus

Das im Jahr 2019 erstmals nachgewiesene Coronavirus SARS-CoV-2 verbreitete sich ab 2020 weltweit und führte bei Menschen in allen Ländern der Erde zu leichten bis hin zu tödlichen Erkrankungen. Der wahrscheinlichste Ausgangspunkt der Pandemie war eine Übertragung aus dem Tierreich (initial vermutlich Flughunde) auf den Menschen. Im Laufe der massiven Pandemie kam es schließlich zur Weiterübertragung auf andere Tierarten, die teilweise im direkten Umfeld des Menschen leben. Daher wurden am Friedrich-Loeffler-Institut zu Beginn der Pandemie tierexperimentelle Studien zur Empfänglichkeit von landwirtschaftlichen Nutztieren und Haustieren durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass nicht alle Tierarten für das Virus gleichermaßen empfänglich sind. Ein aktueller Überblick zum Vorkommen und der Empfänglichkeit verschiedener Spezies findet sich auf den Internet-Seiten der World Organisation for Animal Health (OIE) (Link zum PDF).

Im Juli 2020 wurde deshalb in Deutschland die Meldepflicht für Infektionen von Tieren mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 eingeführt. Das Nationale Referenzlabor für SARS-CoV-2 Infektionen bei Tieren verfügt über validierte Methoden zur molekularen und serologischen Diagnostik von im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 erhoben Proben. Neben sensitiven und spezifischen in-house Methoden werden auch kommerziell angebotene Teste für die jeweiligen Anwendungen genutzt. Weiterhin nimmt das NRL an nationalen und internationalen Ringtesten teil, organisiert nationale Ringversuche, dient als Ansprechpartner für die Veterinär-Untersuchungslabore der Länder und führt Forschungsarbeiten zum Auftreten, der Diagnostik, Pathogenese, Therapie, Bekämpfung und Immunprophylaxe von SARS-CoV2-Infektionen bei Tieren durch.

  • Antigen- bzw. Genomnachweis in Untersuchungsmaterial
  • Antikörpernachweis
  • Ansprechpartner für Bundes- und Länder- sowie EU-Behörden zu Fragen der Coronavirus - Diagnostik und Bekämpfung
  • Charakterisierung von Virusisolaten
  • Überprüfung, Standardisierung und Weiterentwicklung von diagnostischen Verfahren
  • Teilnahme an Ringtests (national und international)
  • Beteiligung an nationalen und internationalen Arbeitsgruppen und Forschungsprojekten
  • Virusisolierung und Anzucht in vitro
  • Genomnachweis mittels RT-PCR (quantitativ)
  • Stammcharakterisierung durch Genomsequenzierung
  • Quantitativer Nachweis neutralisierender Antikörper (Serumneutralisationstest, Plaque-Reduktionstest, Surrogat-Testformate)
  • Serologischer Nachweis von Antikörpern mit ELISA-Testen inklusive Differenzierung der Immunglobulinklassen
  • Immunfluoreszenz-basierter Nachweis von Antikörpern (iIFA)
  • Probenpanel zur Testung neuer Diagnoseverfahren (RT-PCR)
  • Infektionsversuche zur Pathogenität und Übertragbarkeit von Coronaviren in Wildtieren und landwirtschaftlichen Nutztieren
  • Epidemiologische Untersuchungen zur Übertragbarkeit von SARS-CoV-2 auf Heimtiere
  • Dritte Verordnung zur Änderung der Verordnung über meldepflichtige Tierkrankheiten vom 8. Juli 2020, Bundesgesetzblatt Teil I Nr. 34, 13.07.2020
  • Verordnung über meldepflichtige Tierkrankheiten in der jeweils geltenden Fassung