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Institut für Virusdiagnostik (IVD)

Nationales Referenzlabor für Rinderpest (RP) und Nationales Referenzlabor für Pest der kleinen Wiederkäuer (PPR)

Die Rinderpest (RP) ist eine akute, hoch–fiebrig verlaufende Virusinfektion der Paarhufer und hier vor allem der Rinder und Büffel. Sie zeichnet sich durch eine hohe Morbidität und Mortalität aus. RP wird durch ein Negativstrang-RNA-Virus aus dem Genus Morbillivirus der Familie Paramyxoviridae verursacht. Sehr nah verwandt ist der Erreger der Pest der kleinen Wiederkäuer (Peste des petits ruminants, PPR). An PPR erkranken Schafe und Ziegen, andere Paarhufer sind empfänglich.
RP-Viren und PPR-Viren sind eigenständige Viren mit naher antigener Verwandtschaft, deutlicher Kreuzimmunität und unterschiedlicher Virulenz. Beim RPV werden 3 genetische Linien unterschieden, wogegen das PPRV in 4 Genotypen eingeteilt wird.

PPRV-Ausbrüche gibt es in Ländern des Mittleren Ostens, Südwest- und Zentralasien sowie Afrika. Europa ist frei von RP und PPR. Die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) hat 1994 ein Impfprogramm aufgelegt um die RP weltweit auszurotten. Die letzten Gebiete, die noch nicht als RP-frei gelten, liegen im Osten Afrikas.

Bei der RP gibt es eine klassisch-akute, eine perakute, eine mild-verlaufende subakute und eine atypische Verlaufsform. Bei der klassisch-akuten Form treten neben hohes Fieber eine Vielzahl schwerer klinischer Symptome auf (bes. Diarrhoe und Erosionen im oberen Intestinaltrakt), die regelmäßig zum Tod des Tieres führen. Bei der perakuten Form tritt der Tod schon nach 2 bis 3 Tage ein. Die subakute Form wird besonders bei Wildtieren (Büffel, Giraffe und Antilopen) beobachtet. Bei der atypischen Form kommt es zu einem milden Krankheitsverlauf der RP. Allerdings kann die Immunsuppression das Auftreten anderer Krankheiten begünstigen.
Der klinische Schweregrad der PPR hängt von verschiedenen Faktoren, wie Genotyp, betroffene Spezies, Rasse und Immunstatus des betroffenen Tieres ab. Grundsätzlich unterscheidet man eine typisch-akute, eine perakute und eine subakute Verlaufsform. Das Krankheitsbild der einzelnen Formen ähnelt denen der RP in Rindern. Allerdings sind Krusten an den Lippen und Lungenentzündungen im späteren Stadium der Erkrankung regelmäßig nur bei PPRV-Infektionen zu beobachten.

  • Direkter Ansprechpartner für Bundes- und Länderbehörden zu Fragen des RPV/PPRV-Nachweises und der RPV/PPRV -Bekämpfung
  • Durchführung von Virusisolierung und Genotypisierung
  • Entwicklung, Standardisierung und Weiterentwicklung von RPV/PPRV -spezifischen Testverfahren
  • Teilnahme an EU-Ringtests
  • Beteiligung an Arbeitsgruppen und Forschungsprojekten der Europäischen Union
  • Virusisolierung mittels Zellkultur
  • Pan-Morbillivirus-Genomnachweis mittels verschiedener RT-PCR-Verfahren
  • RPV und PPRV-Genomnachweis mittels RT-PCR-Verfahren und Sequenzierung
  • Serologischer PPRV-Antikörper-Nachweis mittels ELISA
  • RPV/PPRV -Vakzinestämme
  • positives Antiserum
  • Optimierung des Nachweises und der Charakterisierung von PPRV-Genom mittels RT-qPCR-Systemen
  • Etablierung des Serumneutralisationstests (SNT) für PPRV und RP
  • EU RL 92/119 in Verbindung mit VO Anzeigepflichtige Tierseuchen und Tierimpfstoff-VO