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Institut für Virusdiagnostik (IVD)

Labor für phylogenetische Analysen, Schwerpunkt Influenzaviren und Bornaviren

Das Labor für phylogenetische Analysen arbeitet in enger Kooperation mit verschiedenen anderen Laboren des FLI, insbesondere dem Nationalen und OIE Referenzlabor für Aviäre Influenza, dem Labor für Datenkurierung, dem Labor für NGS und Microarray-Diagnostik und dem Labor für tierexperimentelle Studien.

Schwerpunkte des Labors sind Influenza- und Bornaviren. Darüber hinaus werden jedoch auch andere, vor allem neu auftretende Viruserkrankungen insbesondere bei Vögeln bearbeitet. Die Arbeiten umfassen phylogenetische und epidemiologische Analysen, die Etablierung und Optimierung von Diagnostikmethoden, molekularbiologische Charakterisierungen, Pathogenesestudien sowie die Entwicklung von Impfstoffen und Bekämpfungsstrategien.

Influenzaviren

Mit Hilfe vielfältiger RT-PCR und Sequenzierungsmethoden werden Influenzaviren von Geflügel, Wildvögeln, Schweinen und anderen Wirten subtypisiert und molekular charakterisiert. In Abhängigkeit von der Fragestellung werden entweder die Oberflächenproteine Hämmagglutinin und Neuraminidase oder das gesamte Genom untersucht. Die generierten Daten fließen in Analysen zur molekularen Epidemiologie von Influenza A-Viren in Deutschland und Europa ein. Das Labor ist seit dem Jahr 2003 akkreditiert.

Forschungsschwerpunkte und -projekte

  • Subtypisierung von Influenzaviren durch subtypspezifische RT-PCR-Teste bzw. Sequenzierung
  • Molekulare Charakterisierung von Influenzaviren durch Sequenzierung des Gesamtgenoms
  • phylogenetische Analysen
  • Genotypisierung
  • Analyse von Aminosäuresequenzen

Bornaviren

Vertreter der Familie Bornaviridae wurden bei Vögeln, Säugetieren und Reptilien nachgewiesen. In der Tiermedizin spielen Bornaviren vor allem als Erreger der „Neuropathischen Drüsenmagendilatation“ bei Papageien (engl. „Proventricular dilatation disease“, PDD; verursacht durch die Papageienbornaviren PaBV-1 bis PaBV-8) sowie als Erreger der „Borna´schen Krankheit“ (engl. „Borna disease“, BD; verursacht durch das „klassische“ Borna disease virus 1, BoDV-1) bei Pferden, Schafen und anderen Haussäugetieren eine Rolle. Darüber hinaus können Bornaviren der Säuger auch auf den Menschen übertragen werden und dort zu häufig tödlichen Entzündungen des Gehirns führen. Beschrieben ist dies für zoonotische Infektionen mit dem bei exotischen Hörnchen vorkommenden Bunthörnchen-Bornavirus (variegated squirrel bornavirus 1, VSBV-1) sowie für BoDV-1. Als Reservoirwirt für BoDV-1 fungieren Feldspitzmäusen in bestimmten Gebieten Süd- und Ostdeutschlands, Österreichs, Liechtensteins und der Schweiz. Die genauen Übertragungswege sind bisher noch nicht bekannt. Aktuelle Informationen des FLI zu Bornavirus-Infektionen finden sie hier.

Projekte und Aufgaben

Das Labor für phylogenetische Analysen ist eingebunden in das Konsortium zur Erforschung zoonotischer Bornavirus-Infektionen ZooBoCo. Im Rahmen dessen koordinieren wir die Sammlung und Analyse epidemiologischer und genetischer Daten zum Vorkommen zoonotischer Bornaviren. Darüber hinaus sind wir beteiligt an der Entwicklung und Optimierung von Diagnostikmethoden zum Nachweis von Bornavirus-Infektionen. Externen Untersuchungseinrichtungen stellen wir Referenzmaterialien zur Überprüfung ihrer eigenen Methoden zur Verfügung. Weitere Projekte umfassen Arbeiten zur Molekularbiologie der Bornaviren (Kooperation mit Martin Schwemmle, Universitätsklinikum Freiburg) sowie zur Entwicklung von Impfstoffen gegen aviäre Bornavirus-Infektionen.

Einsendung von Proben

Ein aktueller Schwerpunkt unserer Arbeiten ist die Verbreitung des BoDV-1 bei Haus- und Wildtieren in Deutschland. Aus diesem Grund bitten wir Tierärzte und Diagnostikeinrichtungen um die Meldung von Fällen der Borna´schen Krankheit bei Haus-, Zoo- und Wildtieren und um die Einsendung von Untersuchungsmaterial zur Bestätigung und näheren Analyse.

Darüber hinaus sind wir auch an der Untersuchung anderer interessanter Fälle von Bornavirus-Infektionen bei Vögeln, Reptilien und Säugern interessiert, insbesondere wenn es sich um neue oder selten auftretende Varianten der Viren handeln könnte.

Bitte verwenden Sie unseren Einsendebogen Bornaviren und setzen Sie sich vor Einsendung der Proben mit uns in Verbindung um Details der Untersuchung zu besprechen.