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Historie

1910–2010 : 100 Jahre Friedrich-Loeffler-Institut

Im Oktober 2010 feierte das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI), sein 100-jähriges Bestehen. Der Mediziner Friedrich Loeffler (1852–1915) gründete das Institut auf der Insel Riems im Greifswalder Bodden zur Erforschung der Maul- und Klauenseuche. Durch seine Entdeckung des Maul- und Klauenseuche-Virus gilt er als einer der Begründer der Virologie. Am 10. Oktober 1910 begann Loeffler offiziell mit seinen Forschungsarbeiten auf der Insel Riems. Heute bearbeitet das Friedrich-Loeffler-Institut Fragen rund um die Gesundheit landwirtschaftlicher Nutztiere, von der Tierernährung über Tierschutz und Tierhaltung bis zur Nutztiergenetik und dem Schutz der Tiere vor Krankheiten.

Nicht nur auf der Insel Riems hinterließ Loeffler seine Spuren, an der Universität Greifswald lehrte er von 1888 bis 1913 Hygiene. Sein ehemaliges Hygieneinstitut in der Martin-Luther-Straße ist heute das Institut für Medizinische Mikrobiologie und trägt ebenfalls seinen Namen. In der Stadt engagierte er sich im bürgerschaftlichen Kollegium und setzte sich unter anderem für den Bau einer Kanalisation ein. Greifswald ernannte Loeffler 1913 zum Ehrenbürger, sein Grab befindet sich auf dem Alten Friedhof der Stadt.

Zum Jubiläum des Friedrich-Loeffler-Instituts boten daher das FLI, die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald und die Universitäts- und Hansestadt Greifswald abwechslungsreiche Einblicke in die Geschichte und gegenwärtige Arbeit des Instituts sowie das Wirken seines Gründers in Greifswald. Hierzu gehörten eine Vortragsreihe und Ausstellungen in Greifswald. Außerdem gab das Friedrich-Loeffler-Institut hat das Buch „Das Friedrich-Loeffler-Institut 1910–2010: 100 Jahre Forschung für die Tiergesundheit“ von Annette Hinz-Wessels und Jens Thiel sowie eine Broschüre zur „Kunst auf der Insel Riems“ von Detlef Witt heraus. Noch in Arbeit ist das Buch „Friedrich Loeffler – Leben und Werk eines bedeutenden Greifswalder Mediziners“, das der Greifswalder Stadtarchivar Uwe Kiel gemeinsam mit dem Enkel Friedrich Loefflers, Peter G. Loeffler, sowie Werner Seidel und Wolfgang Wittmann verfasst.

Das Bundesministerium der Finanzen gab pünktlich zum Gründungsjubiläum im Oktober das Sonderpostwertzeichen „100 Jahre Friedrich-Loeffler-Institut“ aus.

Zum 100. Gründungstag am Sonntag, dem 10. Oktober 2010, wurden die Tore des Friedrich-Loeffler-Instituts auf der Insel Riems erstmals für alle Interessierten zu einem Tag der offenen Tür geöffnet. Rund 8200 Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, bei strahlendem Sonneschein einen Blick hinter die Kulissen des  Friedrich-Loeffler-Instituts zu werfen. Alle Angebote vom Geschichtsvortrag über die Präsentationen der Fachinstitute und Auszubildenden bis zu den Besichtigungen von Teilen des Neubaus und die neue Ausstellung im Loeffler-Haus fanden im wahrsten Sinne des Wortes regen Andrang.

Im kleinen Kreis wurde mit einer Kranzniederlegung am Grab Friedrich Loefflers auf dem Alten Friedhof der Universitäts- und Hansestadt Greifswald am frühen Abend des Institutsgründers gedacht.

Zum feierlichen Abschluss des Tages fand am Abend ein Festakt mit geladenen Gästen in der Stadthalle Greifswald statt.

Den wissenschaftlichen Abschluss des 100-jährigen Gründungsjubiläums bildete die internationale Tagung „Animal Health in the 21st Century“ vom 11. bis 13. Oktober im Alfried-Krupp-Kolleg in Greifswald. Die aktuellen Themen aus der Tierernährung, der Tierhaltung und dem Tierschutz, der Nutztiergenetik und Tierseuchenbekämpfung wurden von den rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern rege diskutiert.