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Tierseuchengeschehen

Maul- und Klauenseuche

Informationen zum aktuellen Tierseuchengeschehen finden Sie in der jeweils letzten Ausgabe des monatlich erscheinenden Radar Bulletin, tagesaktuelle Fallzahlen im Tierseuchennachrichtensystem TSIS.

Die Maul- und Klauenseuche (MKS) ist eine hochansteckende Viruserkrankung bei Klauentieren (Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine). Auch viele Zoo- und Wildtiere können an MKS erkranken. Nachdem Deutschland 37 Jahre lang frei von MKS war, brach die Tierseuche im Januar 2025 in einer Büffelherde mit 14 Tieren in Brandenburg aus. Glücklicherweise blieb es bei diesem einzelnen Ausbruch in Deutschland, so dass am 14. April 2025 der Status „MKS-frei ohne Impfung“ der Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH) wiedererlangt werden konnte. 

Im März und April kam es zu mehreren MKS-Ausbrüchen in Ungarn und der Slowakei, das dort festgestellte Virus ist aber nicht näher mit dem in Brandenburg gefundenen verwandt. Der letzte MKS-Fall wurde in der Slowakei am 4. April und in Ungarn am 17. April gemeldet. Aktuell gibt es keine Hinweise darauf, dass das Virus dort noch aktiv zirkuliert.

Die MKS kommt in der Türkei, im Nahen Osten und in Afrika, in vielen Ländern Asiens und in Teilen Südamerikas nach wie vor endemisch vor. Illegal eingeführte tierische Produkte aus diesen Ländern stellen eine ständige Bedrohung für die europäische Landwirtschaft dar.

Die MKS ist eine reine Tierseuche und nicht auf den Menschen übertragbar, also keine Zoonose.

Das Friedrich-Loeffler-Institut wurde von seinem Namensgeber zur Erforschung der MKS gegründet und nahm 1910 seine Arbeit auf. Seitdem ist diese Tierseuche fester Bestandteil der Forschungsarbeiten.

Letzte Meldung des FLI

Insel Riems, 31. März 2025. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) ruft vor dem Hintergrund der kritischen Tierseuchenlage in Ungarn und der Slowakei dringend dazu auf, bei klinisch auffälligen Klauentieren in Deutschland immer auch die Maul- und Klauenseuche (MKS) labordiagnostisch ausschließen zu lassen. 

Tierhalter, betreuende Tierärzte und Amtstierärzte müssen bei Klauentieren verstärkt auf Symptome wie Fieber, Speicheln, Läsionen im Bereich des Mauls und der Nase, an den Zitzen und Klauen sowie auf Lahmheiten achten. Es ist häufig nicht möglich, MKS nur anhand des klinischen Bildes sicher auszuschließen! Gewissheit kann nur eine Ausschlussuntersuchung mittels PCR geben, die an allen Untersuchungseinrichtungen der Länder durchgeführt werden kann. Dafür sind Läsionsmaterial (sofern vorhanden) sowie Maul- und Nasentupfer und Serum einzusenden. Auch bei klinischem Verdacht auf Blauzungenkrankheit sollte zusätzlich ein MKS-Ausschluss durchgeführt werden.

Seit Anfang März hat Ungarn bisher zwei und die Slowakei fünf MKS-Ausbrüche bei Rindern gemeldet, es sind mehrere Tausend Tiere betroffen. Der Eintragsweg ist bisher unbekannt, die Untersuchungen und Bekämpfungsmaßnahmen dauern an. 

Momentan ist von einer weiteren Verbreitung der Seuche auszugehen, zwei Ausbrüche liegen bereits grenznah zu Österreich, so dass für kleinere Regionen in Österreich bereits Restriktionen und erhöhte Überwachungen angeordnet wurden. 

Deutschland unterstützt beide betroffenen Länder mit Impfstoff. Ein Teil des Impfstoffes, der nach dem Ausbruch in Brandenburg im Januar beschafft, aber nicht eingesetzt wurde, wird jetzt in Ungarn und der Slowakei verwendet. 

Eine Einschleppung des MKS-Virus über größere Distanzen ist unter anderem auch durch kontaminierte Lebensmittel möglich, Fälle könnten daher jederzeit auch in vom aktuellen Geschehen weit entfernten Regionen auftreten. Das FLI appelliert dringend an Reisende, keine Rohmilchprodukte oder und auch keine Produkte, die nicht vollständig durcherhitztes Fleisch enthalten, aus MKS-betroffenen Regionen mitzubringen. Speiseabfälle müssen zudem generell sachgerecht entsorgt werden, sodass Tiere keinen Zugang dazu haben.

Die in Ungarn und der Slowakei festgestellten MKS-Viren sind zwar auch vom selben Serotyp, aber genetisch eindeutig vom im Januar in Brandenburg aufgetretenen Virus zu unterscheiden. In Brandenburg blieb der Ausbruch auf eine einzelne Wasserbüffelherde mit 14 Tieren beschränkt, es kam zu keiner weiteren Ausbreitung.

Rinder auf der Weide (© FLI)

Bei den MKS-Ausbrüchen in Ungarn und der Slowakei sind große Rinderbestände betroffen. (© FLI)

Nach dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MKS) in Brandenburg Anfang Januar 2025 wurde der Status „MKS-frei ohne Impfung“ der Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH) für Deutschland vorübergehend ausgesetzt. Der Ausbruch hatte für die gesamte Bundesrepublik weitreichende Konsequenzen für den Handel mit Klauentieren und Produkten dieser Tiere, denn zahlreiche Drittländer sperrten sofort das ganze Land für entsprechende Importe. Gestern erteilte die WOAH Deutschland wieder den MKS-Freiheitsstatus, abgesehen von einer weiterhin bestehenden kleinen Restriktionszone in der betroffenen Region Brandenburgs und einem Teil Berlins. Bis alle Drittländer ihre Handelsrestriktionen wieder aufheben, kann es allerdings noch geraume Zeit dauern. Dennoch ist die Entscheidung der WOAH als Erfolg und Anerkennung für die sehr erfolgreiche Bekämpfung des MKS-Ausbruch durch alle beteiligten Behörden zu sehen.

Am 7. März 2025 meldete Ungarn einen MKS-Ausbruch bei Rindern; die Tierseuche ist in der EU somit wieder präsent. Es handelt sich hier, wie in Deutschland, um ein MKS-Virus des Serotyps O. Die Viren sind jedoch genetisch klar unterschiedlich und es besteht kein epidemiologischer Zusammenhang zwischen den Ausbrüchen. Ungarn hat bereits 10.000 Dosen Impfstoff aus Deutschland erhalten, die aus dem vorsorglich für die Seuchenbekämpfung georderten Kontingent stammen. Es ist davon auszugehen, dass der von Deutschland beschaffte Serotyp-O-Impfstoff auch gegen das in Ungarn gefundene Virus wirksam ist.

Foto: Rind (© FLI )

Rind (© FLI )