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Institut für molekulare Pathogenese (IMP)

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Foto: IMP, Standort Jena
Gebäude des IMP, Standort Jena (© FLI)

Das Institut für molekulare Pathogenese (IMP) repräsentiert zusammen mit dem Institut für bakterielle Infektionen und Zoonosen, ebenfalls am Standort Jena, die Kompetenz des Friedrich-Loeffler-Instituts in der Erforschung bakterieller Infektionserreger.

Das IMP hat die Aufgabe, die Interaktion zwischen bakteriellen Erregern von Tierseuchen und Zoonosen und ihren Wirten auf molekularer Ebene zu charakterisieren, die gewonnenen Erkenntnisse bezüglich ihrer Relevanz im Gesamtorganismus zu evaluieren und daraus Verfahren zur Prophylaxe und Bekämpfung von Infektionen bei landwirtschaftlichen Nutztieren zu entwickeln.
Herausragende wissenschaftliche Expertise besitzt das Institut 

  • in der Aufklärung der Systematik der Chlamydien und der Entwicklung von Strategien zur Bekämpfung von Chlamydiosen bei Tier und Mensch, sowie
  • der molekularen Epidemiologie und der Diagnostik von Mykobakterien-Infektionen bei landwirtschaftlichen Nutztieren (Rindertuberkulose und Paratuberkulose).


Das Institut zeichnet sich besonders durch die enge Zusammenarbeit von Wissenschaftlern verschiedener Fachdisziplinen aus. Die Kombination von Methoden der Bakteriologie, der Molekularbiologie und der zellulären Mikrobiologie erlaubt die zielgerichtete Identifizierung wichtiger bakterieller Virulenzfaktoren. Für aussagekräftige Untersuchungen zur Funktion der molekularen Strukturen auf Erregerseite und ihrer Gegenspieler auf Wirtsseite werden bevorzugt in vitro-Modelle mit primären Zellkulturen der Zieltierspezies verwendet. Der Einfluss ausgewählter bakterieller Faktoren auf die komplexen Interaktionen des Gesamtorganismus wird schließlich in homologen tierexperimentellen Systemen überprüft, in denen der Infektions- und Krankheitsverlauf unter standardisierten Versuchsbedingungen nachempfunden wird. In dieser Phase kommen modernste Methoden der Physiologie, der Pathomorphologie, der Histologie und der Infektionsimmunologie zum Einsatz.

Herausragende methodische Schwerpunkte sind:

  • die Entwicklung innovativer, microarray-basierter Methoden zur schnellen Diagnostik und Differenzierung von Erregern anzeigepflichtiger Tierseuchen, meldepflichtiger Tierkrankheiten und Zoonosen und
  • die Etablierung von Tiermodellen für Infektionen der Schleimhäute landwirtschaftlicher Nutztiere (Rind, kleine Wiederkäuer, Schwein und Geflügel) und deren umfangreiche morphologische und funktionelle Charakterisierung.

Dem IMP sind folgende Nationale Referenzlaboratorien (NRL) zugeordnet: OIE und NRL Chlamydiose, NRL Tuberkulose, NRL Paratuberkulose, NRL Beschälseuche sowie das NRL für die Lungenseuche des Rindes. Von den NRLs, die zum Teil auch als Referenzlaboratorien für die OIE fungieren, werden umfangreiche hoheitliche Aufgaben im Sinne der Überwachung sowie der Verbesserung der Diagnostik von anzeigepflichtigen Tierseuchen, meldepflichtigen Tierkrankheiten und Zoonosen auf nationalem und internationalem Niveau wahrgenommen.