Zum Inhalt springen

Tierseuchengeschehen

FLI Logo

Afrikanische Schweinepest

Januar 2016

In den osteuropäischen Staaten Polen, Litauen, Lettland und Estland wurden seit Anfang 2014 Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen festgestellt. Es kam auch zu Ausbrüchen bei Hausschweinen. Unter den betroffenen Hausschweinbeständen befanden sich neben Kleinsthaltungen auch große Betriebe, so ein Bestand in Litauen mit rund 20.000 Tieren. In den betroffenen Regionen (siehe Karte; wöchentlich aktualisiert) gelten Restriktionsmaßnahmen zur Bekämpfung gemäß der Rechtsetzung in der EU.

Aufgrund der Nähe der ersten Ausbrüche in diesen Ländern zur weißrussischen Grenze ist davon auszugehen, dass die Einschleppung der ASP in die baltischen Staaten und nach Polen von Weißrussland aus erfolgte. Russland berichtet seit mehreren Jahren immer wieder von Fällen. Die Lage in Weißrussland ist aufgrund fehlender Daten schwer einzuschätzen. Weitere Fälle wurden aus der Ukraine gemeldet.

Es besteht das Risiko einer Einschleppung in weitere Länder der Europäischen Union. Mit Produkten aus nicht durchgegartem Fleisch (Schinken, Salami, usw.) infizierter Schweine und über Fahrzeuge, die aus betroffenen Regionen zurückkehren, könnte das Virus weiter verbreitet werden. Besonders das (illegale) Verfüttern oder unsachgemäße Entsorgen von Speiseabfällen stellt hierbei eine Infektionsquelle dar.

Das Friedrich-Loeffler-Institut hat eine Risikobewertung zur möglichen Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest erstellt, die bei Bedarf der Lage angepasst wird.

Empfehlungen für Tierhalter, Jäger und Tierärzte

Angesichts des aktuellen ASP-Seuchenverlaufes in Europa ist insbesondere die Jägerschaft aufgefordert, ein vermehrtes Auftreten von Fallwild (Schwarzwild) der zuständigen Behörde zu melden und geeignete Proben (v. a. Blut, Lymphknoten, Milz, Lunge) amtlich abklären zu lassen. Ein vereinfachtes Probennahmeverfahren wird im Merkblatt "Früherkennung der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen : Vereinfachtes Probennahmeverfahren für die passive Surveillance der ASP" beschrieben (Download rechts auf dieser Seite).