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Institut für Internationale Tiergesundheit/One Health (IITG)

Öko-Immunologie, Krankheits- und Bewegungsökologie

Um zu verstehen, ob, wann und wo Krankheitsübertragungen innerhalb von Wildtierpopulationen sowie zwischen Wildtieren und Nutztieren oder Menschen stattfinden können, benötigen wir ein fundiertes Wissen über die Gesundheit, Bewegungen und Ökologie freilebender Tiere.

Unsere Arbeitsgruppe untersucht, wann, wie und warum freilebende Tiere ihre Immunfunktion und andere physiologische Parameter (z. B. oxidativen Stress, Dynamiken der Telomerlänge) verändern und wie sich dies auf ihre Anfälligkeit gegenüber Krankheitserregern auswirkt. Darüber hinaus quantifiziert unsere Forschung, wie unterschiedliche Infektionstypen und die daraus resultierenden Krankheitssymptome die Bewegungen von Tieren beeinflussen und damit ihr Potenzial zur Verbreitung von Krankheiten verändern. Zusätzlich messen wir Kontaktraten zwischen Wildtieren und Nutztieren (sowie Menschen), um das Risiko einer Krankheitsübertragung in beide Richtungen zu verstehen. Dieser vielschichtige Ansatz ist erforderlich, wenn wir eine artenreiche Biodiversität mit gesunden Wildtierpopulationen erhalten wollen und verstehen möchten, wie (wandernde) Tiere zur Verbreitung von Krankheitserregern, einschließlich zoonotischer Krankheiten, beitragen können.

Um diese Ziele zu erreichen, integriert unsere Arbeitsgruppe Ökophysiologie, Bewegungsökologie, Verhaltensökologie und Krankheitsökologie freilebender Tiere an der Schnittstelle zwischen Wildtieren, Nutztieren und Menschen. Die Stärke unserer Forschung liegt in der Konzeption, Durchführung und Analyse präzise abgestimmter Kombinationen aus Feld- und Laborarbeit, korrelativen und experimentellen Studien sowie dem Einsatz moderner Tracking-Technologien unter natürlichen Bedingungen bei wilden Tieren. Wir arbeiten hauptsächlich mit freilebenden Nicht-Modellarten (Vögel, Fische, Säugetiere), sowohl in Europa als auch im Globalen Süden. Dabei verwenden wir verschiedene Tracking-Methoden (z. B. GPS-Sender, Radiotransmitter, Beschleunigungssensoren), um die Bewegungen einzelner Tiere über Raum und Zeit hinweg zu verfolgen.

Zu Bild 1 und 2: Die Entnahme von Blutproben von freilebenden Tieren (wie Vögeln oder Fischen) ermöglicht es, sowohl die Immunkompetenz als auch die Krankheitsprävalenz unter natürlichen Bedingungen zu quantifizieren, und ist für die Beantwortung unserer Forschungsfragen von entscheidender Bedeutung.

Zu Bild 3: Dohle mit einem Ortungsgerät. Die Verfolgung der Bewegungen von Tieren ist eine Kernaktivität unserer Gruppe. Nur mit fundierten Kenntnissen über die Bewegungsökologie freilebender Tiere können wir die Übertragung von Krankheiten zwischen Wildtieren sowie zwischen Wildtieren und Nutztieren oder Menschen verstehen.

Unsere Arbeitsgruppe untersucht:

  • Wie und warum sich die Immunfunktion (und damit die Krankheitsanfälligkeit) bei freilebenden Tieren im Verlauf des Jahreszyklus und des Lebenszyklus verändert
  • Ob und wie die Immunfunktion mit anderen physiologischen und verhaltensbezogenen Prozessen in einem Trade-off steht
  • Bewegungsmuster und die Bewegungsökologie freilebender Tiere
  • Kontaktraten zwischen Wildtieren, Nutztieren und Menschen
  • Die Folgen chronischer und akuter Infektionen für
    a) das Bewegungsverhalten und damit mögliche Kontaktraten mit Nutztieren oder Menschen
    b) Überleben und Fortpflanzung
  • Die Dauer von Krankheitsverhalten
  • Wie globaler Wandel (z. B. Urbanisierung, Entwaldung) freilebende Tiere beeinflusst und ob dadurch ihre Krankheitsanfälligkeit zunimmt