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Tierseuchengeschehen

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Hämorrhagische Kaninchenkrankheit

13. Juni 2016 (Karte: 04. August 2016)

Seit 2015 ist eine Ausbreitung der Hämorrhagischen Kaninchenkrankheit, vor allem ausgelöst durch das Rabbit Haemorrhagic Disease Virus 2 (RHDV-2), auf das gesamte Bundesgebiet abzusehen. Das Friedrich-Loeffler-Institut führt daher Untersuchungen auf Caliciviren (Rabbit Haemorrhagic Disease Virus (RHDV), RHDV-2, European brown hare syndrome virus (EBHSV)) durch, um Daten für die Viruscharakterisierung und Abschätzung zur Ausbreitung der Viren zu gewinnen.

Karten zur Ausbruchsdiagnostik am FLI

Karte: RHDV-Ausbruchsdiagnostik am FLI 2015: RHDV-2: 148; RHDV: 20; EBHSV: 1 (© FLI)
2015: RHDV-2: 148; RHDV: 20; EBHSV: 1 (© FLI)
Karte: RHDV-Ausbruchsdiagnostik am FLI 2016, Stand 04.08.2016: RHDV-2: 275; RHDV: 16; EBHSV: 3 (© Nicole Reimer, FLI)
Stand 04.08.2016: RHDV-2: 275; RHDV: 16; EBHSV: 3
(© Nicole Reimer, FLI)

Die Karten spiegeln die tatsächliche Ausbreitung nur ansatzweise wider, da nur die am FLI diagnostizierten Fälle dargestellt sind. Aus einigen Bundesländern bzw. von bestimmten Untersuchungseinrichtungen werden regelmäßig Proben eingeschickt; andere Regionen sind eher unterrepräsentiert. Eine zentrale Erfassung der RHDV-Befunde wird seit Erlöschen der Meldepflicht nicht mehr durchgeführt.

Die derzeit in Deutschland zugelassenen Impfstoffe schützen zwar effizient gegen RHDV aber nur bedingt gegen RHDV-2. Um einen maximalen Impfschutz zu erhalten, ist unbedingt den aktuellen Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) zu folgen. Diese sind im Internet verfügbar und empfehlen kurzgefasst eine zweimalige Grundimmunisierung von Kaninchen zum frühestmöglichen Zeitpunkt (nach Herstellerangaben) mit einem der beiden monovalenten Vollantigenimpfstoffe Cunivak RHD oder RIKA-VACC RHD im Abstand von drei Wochen und anschließend regelmäßige Auffrischungsimpfungen im Abstand von sechs Monaten.

Zusätzlich zur Impfung ist auf Maßnahmen des allgemeinen Infektionsschutzes, die einen Eintrag von Virus verhindern sollen, besonderer Wert zu legen: Hygiene, Desinfektion, Kleiderwechsel; wenn möglich Quarantänehaltung bei Zukauf. Im Falle eines RHDV Ausbruchs sind Reinigung, Desinfektion und sichere Beseitigung von potentiell infektiösem Material unerlässlich, um eine Weiterverbreitung einzudämmen. Hierbei ist vor allem die Wahl der richtigen Desinfektionsmittel wichtig: Es ist unbedingt zu beachten, dass Spezialmittel, die gegen unbehüllte Viren wirksam sind, zum Einsatz kommen.