Die Schnell Einsetzbare Expertengruppe Gesundheit (SEEG)
Ausbrüche von Infektionskrankheiten treten weltweit regelmäßig auf – häufig mit weitreichenden gesundheitlichen, sozialen und ökonomischen Folgen. Ein verzögertes oder unzureichendes Ausbruchmanagement kann die Eindämmung erheblich erschweren. Deshalb ist es zentral, globale Gesundheitssysteme zu stärken und Fachkräfte dabei zu unterstützen, Bedrohungen frühzeitig zu erkennen und wirksam zu bekämpfen.
Vor diesem Hintergrund hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Jahr 2015 die Schnell Einsetzbare Expertengruppe Gesundheit (SEEG) eingerichtet – auch als Reaktion auf die Ebola-Epidemie in Westafrika. Seitdem hat die SEEG eine Vielzahl von Einsätzen in Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas durchgeführt. Sie wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) koordiniert und arbeitet im Auftrag des BMZ, des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) und des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH).
Beitrag des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI)
Das Friedrich-Loeffler-Institut ist seit 2021 Teil der SEEG und stärkt seitdem maßgeblich den One-Health-Ansatz innerhalb der Expertengruppe. Durch seine Rolle als Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit bringt das FLI eine einzigartige Expertise zu Tierseuchen, zoonotischen Erregern und veterinärmedizinischer Diagnostik ein.
Die Fachleute des FLI unterstützen Partnerländer insbesondere in folgenden Bereichen:
- Stärkung veterinärmedizinischer Laborkapazitäten und Diagnostik zoonotischer Erreger
- Risikobewertung und Beratung zu Ausbrüchen an der Mensch-Tier-Umwelt Kontaktzone
- Biosicherheit, Probennahme und Laborpraxis für Tierseuchen und Zoonosen
- Förderung intersektoraler Zusammenarbeit im Sinne von One Health mit einem Fokus auf die Human- und Veterinärmedizin
- Monitoring und Eindämmung antimikrobieller Resistenzen (AMR) im Tiergesundheitsbereich
Das FLI ist besonders in Einsätzen zu Zoonoseerregern gefragt. Beispiele hierfür sind Einsätze zu:
- Hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI)
- Anthrax (Milzbrand)
- Tollwut (Rabies)
Die FLI-Expertinnen und -Experten arbeiten eng mit lokalen Partnern zusammen, um bestehende Kapazitäten zu erfassen, Bedarfe zu identifizieren und gemeinsam tragfähige Lösungen für die adressierten Komponenten eines wirksamen Ausbruchmanagements im lokalen Kontext zu entwickeln.
Zielsetzung
Ziel der SEEG-Einsätze ist es, Partnerländer mit einem akuten Bedarf dabei zu unterstützen, Infektionsausbrüche frühzeitig zu erkennen, adäquat zu diagnostizieren und effektiv einzudämmen – bevor sich lokale Ereignisse zu Epidemien oder Pandemien entwickeln können. Das FLI leistet hierzu einen wichtigen Beitrag durch seine Kompetenz in der Tiergesundheit, Zoonoseforschung und One-Health-Vernetzung.
Partner der SEEG
- Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)
- Robert Koch Institut (RKI)
- Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM)
- Charité – Universitätsmedizin Berlin
- Friedrich-Loeffler-Institut (FLI)
Am FLI wird die Mitarbeit in der SEEG am Institut für Internationale Tiergesundheit/One Health (IITG) koordiniert.

Weitere Informationen zur SEEG finden Sie auf der Webseite der GIZ.
https://www.giz.de/de/expertise/soziale-entwicklung/gesundheit