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Das Friedrich-Loeffler-Institut

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Prof. Friedrich Loeffler 1852-1915
Prof. Friedrich Loeffler 1852-1915
© Friedrich-Loeffler-Institut

Der Namensgeber des FLI

Friedrich August Johannes Loeffler

geb. 24. Juni 1852 in Frankfurt (Oder)

gest. 9. April 1915 in Berlin

Vita

Der Mediziner, Hygieniker und Bakteriologe Loeffler studierte von 1870 bis 1874 in Würzburg und Berlin Medizin. Er wurde anschließend am Kaiserlichen Gesundheitsamt Mitarbeiter von Robert Koch und entdeckte die Erreger verschiedener bakterieller Infektionskrankheiten, beispielsweise Rotz, Diphtherie und Rotlauf. 1888 wurde er Professor der Hygiene und Geschichte der Medizin an der Universität Greifswald.

Zusammen mit Paul Frosch (1860-1928) beschrieb er den Erreger der Maul- und Klauenseuche als ein partikuläres Agens, kleiner als ein Bakterium. Damit wurde er zum Mitbegründer der Virologie. Das Virus der Maul- und Klauenseuche war das erste beschriebene Virus in der Tierwelt. Loeffler gelang es, das erste Schutzserum gegen die Maul- und Klauenseuche herzustellen, das jedoch aus Kostengründen nicht zur Anwendung kam.

Auf der Insel Riems gründete er 1910 das erste virologische Forschungsinstitut. Er verließ es jedoch bereits 1913, als er zum Leiter des Robert Koch-Institutes in Berlin berufen wurde.

In Greifswald war Loeffler aktives Mitglied der Bürgerschaft und setzte sich für eine Verbesserung der hygienischen Verhältnisse in der Stadt ein. So trat er vehement für eine Abwasserkanalisation ein, die aber erst nach seinem Tod gebaut wurde.

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Loefflers wichtigste wissenschaftliche Entdeckungen

waren die Beschreibung:

  • des Erregers des Rotzes: des Bakteriums Burkholderia mallei (1882)
  • des Erregers der Diphtherie: des Bakteriums Corynebacterium diphtheriae (1884, zusamen mit Edwin Klebs)
  • des Erregers des Schweinerotlaufs: des Bakteriums Erysipelothrix rhusiopathiae (1886)
  • des ersten tierpathogenen Virus: des Erregers der Maul- und Klauenseuche (1898, zusammen mit Paul Frosch)

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Loeffler als Mitbegründer der Virologie

Als Begründer der Virologie werden in Fachkreisen Ivanovski, Beijerinck und Loeffler & Frosch genannt, die unabhängig voneinander Filtrationsexperimente zur Identifizierung neuer Erreger durchgeführt haben. Auch wenn die Ergebnisse der Untersuchungen ähnlich waren, waren die Schlussfolgerungen doch sehr unterschiedlich.

Nur Loeffler und Frosch folgerten richtig aus ihren Ergebnissen, dass der Erreger der Maul- und Klauenseuche ein kleines partikuläres Agens sein muss...... Ihre Interpretation der Filtrationsergebnisse entspricht am ehesten dem modernen Konzept eines Virus und deshalb sollten sie als Begründer der Virologie angesehen werden.

(Übersetzt aus M.H.V. van Regenmortel, 2006)

Schlussfolgerungen von Loeffler und Frosch:

Es läßt sich deshalb die Annahme nicht von der Hand weisen, daß es sich bei den Wirkungen der Filtrate nicht um die Wirkungen eines gelösten Stoffes handelt, sondern um die Wirkung vermehrungsfähiger Erreger. Diese müßten dann freilich so klein sein, daß sie die Poren eines auch die kleinsten Bakterien zurückhaltenden Filters zu passieren vermöchten....

 

Wenn es sich durch weitere Untersuchungen der Kommission bestätigen sollte, daß die Filtratwirkungen, wie es den Anschein hat, in der Tat durch solche winzigsten Lebewesen bedingt sind, so liegt der Gedanke nahe, daß auch die Erreger zahlreicher anderer Infektionskrankheiten des Menschen und der Tiere, so der Pocken, der Kuhpocken, des Scharlachs, der Masern, des Flecktyphus, der Rinderpest u.s.f., welche bisher vergeblich gesucht worden sind, zur Gruppe dieser allerkleinsten Organismen gehören.

Auszug aus dem Bericht der Kommission zur Erforschung der Maul- und Klauenseuche bei dem Institut für Infektionskrankheiten in Berlin (Cbl. Bakt., I. Abt., Orig.,23, 371-391, F. Loeffler und P. Frosch, 1898)

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