Im Institut für Immunologie (IfI) wird die Immunantwort verschiedener Tierspezies gegen bakterielle und virale Tierseuchen- und Zoonoseerreger in enger Verzahnung von Grundlagen- und Anwendungsforschung untersucht. Schwerpunkte sind die detaillierte Charakterisierung des Immunsystems von Nutztieren, Untersuchung der Wirts-Erreger-Wechselwirkung und -Adaptation (inkl. Reservoirbildung), rationales Impfstoffdesign sowie die Entwicklung neuer Diagnostika. Besonderes Augenmerk ruht dabei auf der Erarbeitung von One Health-Konzepten. Als ein Schwerpunkt werden zoonotische Erreger untersucht, um effektiven Schutz von Nutztieren sicherzustellen und die Translation der Forschungsergebnisse auf verschiedene Tierspezies und den Menschen zu erleichtern.

Die Forschungsprojekte des IfI fokussieren auf die Rolle des zellulären Stresses und der zellautonomen Immunität, die Untersuchung von Immunmetabolismus und Signalübertragung in Immunzellen bei Infektion, die Charakterisierung der zellulären Heterogenität und Funktion von Phagozyten und Lymphozyten, sowie die Etablierung verbesserter oder neuartiger Impfstoffe bzw. Impfstrategien und immundiagnostischer Verfahren. Das untersuchte Erregerspektrum umfasst intrazelluläre bakterielle (z.B. Mykobakterien, Coxiellen) und virale Pathogene (z.B. Influenza-, Schweinepest- und Maul-und-Klauenseuche-Viren) mit Relevanz für Zoonosen und Tierseuchen. Das Spektrum der untersuchten Wirtsspezies beinhaltet neben Nutztieren wie Schweinen, Rindern, Geflügel, Kaninchen und Fischen auch Wildtiere (z.B. Fledertiere) und klassische experimentelle Tiermodelle (Nagetiere).

Etablierte immunologische Untersuchungsmethoden (z.B. Vielfarben-FACS-Analytik und -Sorting, MACS und ELISpot) und hochmoderne Technologien (scRNAseq, Microscale-Thermophorese, metabolische Flux-Messungen) sind im Einsatz. Ein systemimmunologischer Ansatz, basierend auf wirtsspezifischer und komparativer Immunologie unter Berücksichtigung der Pathogenvariabilität, wird verfolgt. Diese Bündelung der Analyse verschiedener Aspekte und Ebenen der Immunantwort in Verbindung mit der Nutzung verschiedener Infektionsmodelle und cutting edge-Technologien ermöglicht ein erheblich vertieftes Verständnis der Immunpathologie und protektiven Immunität und die Entwicklung neuartiger Interventionsstrategien.