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Abteilung für experimentelle Tierhaltung und Biosicherheit (ATB)

MisaFermTS - Validierung der milchsauren Fermentation als alternative Inaktivierungsmethode für Fäkalien im Tierseuchenfall

ATB

Laufzeit: 01.01.2022 - 31.12.2025

Förderung: VDI / VDE IT

Im Fall von Tierseuchen fallen auf einem Hof immense Mengen erregerbelasteter Gülle an. Die herkömmlichen chemisch-physikalischen Behandlungsmethoden zur Desinfektion der Gülle sind aufwändig, teuer und zum Teil eine Gefahr für die Gesundheit von Mensch und Umwelt. Durch Langzeitlagerung lässt sich der gleiche Effekt erzielen, blockiert aber für einen langen Zeitraum von 6 bis 12 Monaten die Lagerkapazitäten auf dem Hof. Das Ziel von MisaFermTs ist die Validierung der Milchsauren Fermentation als umweltverträgliche Methode zur Desinfektion von Tierseuchenerreger-belasteter Gülle und damit als Alternative zu den herkömmlichen Hygienisierungsverfahren. Die Lagerzeit wird dabei bei warmer Witterung von mind. 6 Monaten auf 4 bis 6 Wochen zu reduziert, bei kalten Temperaturen auf etwa 3 Monate.

Für die Milchsaure Fermentierung ist die Gülle in einem verschließbaren Behälter oder Container zu halten. Unsere Projektpartner am Standort Uni Hohenheim haben als Kohlenhydratzusätze 2,5% Quetschhafer (25 kg pro m³ Gülle) und 3,4 % Zucker (34 kg pro m³ Gülle) als minimalen Einsatz getestet, um den Fermentationsprozeß zu starten. empfohlen. Andere Zusätze sind möglich, wurden aber noch nicht getestet. Anschließend wird der Behälter luftdicht abgeschlossen, wobei Gärgase entweichen können müssen. Laktobazillen kommen natürlich in der Gülle vor und müssen nicht zugegeben werden. Bei erfolgreicher Fermentierung sinkt der pH deutlich ab. Die Zeit für die Fermentierung ist witterungsabhängig und dauert im Sommer 4-6 Wochen, im Winter bis zu drei Monaten. Bei erfolgreicher Fermentierung sinkt der pH-Wert innerhalb einer Woche deutlich ab. Nach mehreren Wochen erreicht er Werte unter pH 5.

Die Methode wurde bisher erfolgreich für Salmonellen und Mycobacterium avium ssp. paratuberkulosis getestet. Auch Viren wie MVAV, ERAV und MSK konnte die Fermentation erfolgreich inaktivieren. Bei Tests mit H9N2 und BVDV zeigte sich, dass die Viren schon in der Gülle instabil sind. 

Das Ziel der Methode ist die leichte Umsetzung mit möglichst wenig technischem Aufwand und Ressourcen. So sollen als Kohlehydrat-Quelle z.B. Futterreste, verseuchtes Futter oder andere leicht zugängliche und im Idealfall bereits auf dem Hof vorhandene Mittel verwendet werden können. Da sich gezeigt hat, dass sich Heucobs nicht eignen, ist für die Einschätzung der Eignung weitere Forschungen nötig. 

Durch die einfache Umsetzung ist die Methode auch für Krisenzeiten oder für den Einsatz in anderen ökologisch-kulturellen Gegenden geeignet. 

Beteiligte Wissenschaftler/innen:
 

Dr. Hannah Halm

Partner:

Uni Hohenheim - Institut für Nutztierwissenschaften

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Videoserie zum Projekt “MisaFermTS”

Fermentierung von Gülle im Tierseuchenfall: Teil 1 - Hintergrund, Animationsfilm

Fermentierung von Gülle im Tierseuchenfall: Teil 2 – Umsetzung, Realfilm

Fermentierung von Gülle im Tierseuchenfall: Teil 3 - Fragen und Antworten