Tunnel-Nanoröhren (TNTs) sind zelluläre Verbindungen, die den Transport und die Kommunikation von Zelle zu Zelle und andere physiologische und pathologische Funktionen ermöglichen. In einer kürzlich durchgeführten Studie entdeckten wir, dass mit Chlamydien infizierte Wirtszellen TNTs nutzen, um Bakterien in nicht infizierte Nachbarzellen zu exportieren. Das Ziel des Projekts besteht darin, die molekularen und zellulären Prozesse zu entschlüsseln, die an der zellulären Biogenese und Aneignung bzw. Verwertung von TNTs durch Chlamydien beteiligt sind. Hierzu werden wir zell- und molekularbiologische Methoden einsetzen, um zu charakterisieren, wie Chlamydien die TNT-Bildung missbrauchen und manipulieren, um die Infektion zwischen benachbarten Zellen zu verbreiten. Darüber hinaus werden wir zelluläre Wirts- und Erregerproteine identifizieren, die an dieser Interaktion beteiligt sind. Zudem werden wir die Auswirkungen von oxidativem Stress und Stressadaptoren auf die TNT-Bildung und -Stabilität untersuchen sowie die Beteiligung des chlamydialen IncA-Proteins an der TNT-vermittelten Übertragung analysieren. Zudem werden wir uns auf die TNT-Übertragung der Chlamydien unter Hypoxie und bei persistierenden Zellinfektionen konzentrieren, die durch eine Antibiotikabehandlung ausgelöst werden, bei der die Expression und Funktion von IncA aufrechterhalten bleibt. Ziel unserer Studien ist es, ein Verständnis dafür zu erlangen, wie Chlamydien interzelluläre Kommunikationsmechanismen ausnutzen, um Infektionen direkt durch Zell-zu-Zell-Kontakt zu exportieren.
Beteiligte Wissenschaftler vom FLI:
Bidiepta Saha
