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Früherkennung von Krankheitserregern und Management von Ausbrüchen:

INNT

Charakterisierung neu auftretender und zoonotischer Viren bei Wildtieren (speziell Ratten, Hausmäusen und Wildvögel) (WBA-Zoo und CoRoPa)

 

Laufzeit: 02/2021 – 02/2026

Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung

Wildtiere spielen eine bedeutende Rolle für das Auftreten neuer zoonotischer Infektionskrankheiten. Sie fungieren hier als Reservoir oder „mixing vessels“ und/oder sind an der direkten bzw. indirekten Übertragung und Verbreitung der Erreger beteiligt. Die Bevölkerung und landwirtschaftliche Nutztiere werden im Rahmen der öffentlichen Gesundheit und Tiergesundheit regelmäßig durch verpflichtende Surveillance-Programme überwacht. Im Gegensatz dazu gibt es kein umfassendes Monitoring für Wildtiere. Deshalb wurden im Rahmen der „DZIF TTU Emerging Infections“ zwei Netzwerke aufgebaut, die auf bestimmte Wildtiere und deren Pathogene gerichtet sind: das RaBoPa- Netzwerk fokussiert sich vor allem auf Ratten-assoziierte-Pathogene, während das WBA-Zoo-Netzwerk sich auf Wildvogel-assoziierte Zoonosen konzentriert. Das Ziel des Vorhabens besteht in der Verstärkung der Netzwerkstrukturen zur schnelleren Identifikation und Charakterisierung von neu auftretenden Ratten- und Wildvogel-assoziierten Krankheitserregern.

Die Monitoringaktivitäten im WBA-Zoo sind verstärkt auf die deutschlandweiten Untersuchungen von Stand- und Zugvögeln zum jährlichen Vorkommen und der Verbreitung von Usutu-Virus und West-Nil-Virus ausgerichtet. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Kooperationspartnern werden Blutproben und Tierkörper von Wild- und Volierenvögeln auf das Vorkommen von Arboviren untersucht. Dabei unterstützen ehrenamtliche Ornithologen und Mitarbeiter der veterinärmedizinischen Landesuntersuchungsämter, der Vogelkliniken an den veterinärmedizinischen Fakultäten, des BNITM, der Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Stechmückenplage (KABS), des Naturschutzbundes (NABU) sowie mehrere tierärztliche Vogelpraxen und Wildvogelauffangstationen dieses deutschlandweit einmalige Wildvogel-Monitoring Projekt, indem sie Proben hierfür generieren. Dieses Wildvogelnetzwerk ermöglicht es seit 10 Jahren, die genaue regionale Verbreitung des USUV zu verfolgen und trug wesentlich zum Aufdecken des WNV-Eintrages und dessen Verbreitung bei. Zukünftig soll es auch durch die verstärkte Einbindung von Zoovögeln aus dem CuliFo2-Projekt dazu dienen, neue WNV-Hot-Spots regional und zeitlich schneller aufzuzeigen, um das Gefährdungspotential für den Menschen in bestimmten Gebieten besser abschätzen zu können. Weiterhin werden die Untersuchungen derzeit auf das zoonotische Sindbis-Virus ausgeweitet.

Das Netzwerk „Ratten-übertragene Krankheitserreger“ hat sich bis heute hauptsächlich auf die Wanderratte (Rattus norvegicus) konzentriert. Wanderratten stellen einen der wichtigsten synanthropischen Träger von Krankheitserregern dar und können beispielweise an der Schnittstelle von Haustier und mit Mensch (z.B. in Schweine- oder Rinderhaltungen) und in zoologischen Gärten gefunden werden. Zoologische Gärten stellen eine starke Schnittstelle zwischen Menschen, Zootieren und Wildtieren dar, hauptsächlich Kleinsäugern, einschließlich Ratten, Mäusen, aber auch Hasen, Kaninchen und Füchsen. Andere synanthropische Nagetiere, d.h. Hausratte (Rattus rattus) und Hausmaus (Mus musculus), wurden bisher vernachlässigt. Die Hausmaus (Mus musculus) wurde bisher insbesondere hinsichtlich ihrer Reservoirfunktion für zoonotische Krankheitserreger vernachlässigt. Andererseits besitzen Hausmäuse einige für die Überwachung wichtige Eigenschaften: (1) Hausmäuse leben auf synanthropische Weise in der Nähe menschlicher Siedlungen. (2) Hausmäuse in Deutschland und den europäischen Nachbarländern stellen zwei Unterarten (Arten) der Hausmaus dar, die osteuropäische (ssp. musculus) und die westeuropäische (ssp. domesticus). (3) Außerdem werden Hausmäuse häufig an der Schnittstelle zu Menschen und Haustieren (Schweine- oder Rinderfarmen) und in zoologischen Gärten gefunden. Die Hausratte kommt in Deutschland nur selten vor, in anderen europäischen Ländern jedoch häufiger. Es gibt "Gerüchte", dass die Hausratte ihr Verbreitungsgebiet in Deutschland, d.h. im nördlichen Teil, erweitert. Diese Fokusverschiebung des Netzwerks spiegelt sich in der modifizierten Bezeichnung „Kommensale Nagetierpathogene“ (CoRoPa) wider.

Weiterführende Informationen sind auf der Projektseite zu finden:
https://www.dzif.de/de/projekt/krankheitserreger-frueh-identifizieren-ausbrueche-schach-halten

Beteiligte INNT-Wissenschaftlerin:

Dr. Ute Ziegler
Prof. Dr. Rainer G. Ulrich

Dr. Balal Sadeghi (PostDoc)

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