Aktueller Bestand

Was lagert in der Deutschen Genbank für Landwirtschaftliche Nutztiere?
In der Genbank werden die Keimzellen, d.h. die Spermien und Eizellen, von Nutztieren gelagert, die auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Nutztierassen in Deutschland stehen. Zusätzlich befinden sich Embryonen, Vorläuferstadien von den Keimzellen (primordiale Keimzellen), und ein kleiner Anteil von Bindegewebszellen (Fibroblasten) im Bestand der Genbank. Mit ca. 99% machen Spermien den weitaus größten Teil der Sammlung aus. Dies liegt vor allem daran, dass die Spermien im Vergleich zu den anderen Zellen und Embryonen relativ leicht zu gewinnen und einzufrieren sind.
Woher stammen die Spermien, Eizellen und Embryonen?
Die Spermien und Eizellen stammen von ausgewählten Zuchttieren. Für Samenspenden wird entweder das natürliche Deckverhalten der männlichen Tiere ausgenutzt (Säugetiere) oder eine sanfte Massagetechnik angewendet (Geflügel), um Ejakulate zu gewinnen. Zusätzlich können von geschlachteten oder gestorbenen Zuchttieren Spermien aus den Nebenhoden isoliert und eingefroren werden. Für das kurzfristige Einsenden von Organen nehmen Sie bitte telefonisch Kontakt mit unserem Sekretariat auf.

Die Eizellen von weiblichen Spendertieren werden durch eine ultraschallgeleitete Punktion der Eiblasen (Follikel) auf den Eierstöcken gewonnen (ovum pick-up, OPU). Im Labor werden die Eizellen entweder direkt eingefroren oder mit Spermien befruchtet (in vitro Fertilisation, IVF). Nach einigen Tagen im Brutschrank sind dann Embryonen entstanden, die eingefroren werden. Eine andere Option für das Erstellen von Embryonen ist, dass weibliche Spendertiere künstlich besamt und ein Eisprung von mehr als der üblichen Anzahl Follikel ausgelöst wird (Superovulation). Nach wenigen Tagen Entwicklungszeit können dann mehrere Embryonen gleichzeitig aus der Gebärmutter der Spenderin gespült (Embryospülung) und eingefroren werden.