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Institut für Tierschutz und Tierhaltung (ITT)

Forschungsprojekt: Entwicklung eines Kaltplasmasystems zur Bekämpfung der Roten Vogelmilbe (Dermanyssus gallinae) in Junghennen- und Legehennenhaltungen

Animal friendly and sustainable husbandry Tiergerechte und nachhaltige Haltungsverfahren

Projektlaufzeit: 01.02.2020 – 31.01.2023

Förderung: Die Förderung des Vorhabens erfolgt über das „Zweckvermögen des Bundes bei der Landwirtschaftlichen Rentenbank“. (© FLI)

Ziel

Im Rahmen dieses interdisziplinären Projektes werden plasmagestützte Verfahren zur Bekämpfung der Roten Vogelmilbe (Dermanyssus gallinae) konzipiert, entwickelt und auf ihre Einsatzmöglichkeiten unter Praxisbedingungen getestet. Im Fokus des Projekts stehen eine grundlegende Verbesserung der Tiergesundheit und eine dem Tierwohl zuträgliche Verbesserung der Haltungsbedingungen, vor allem in der Jung- und Legehennenhaltung.

Durch den wirtsfernen Einsatz der geplanten Konzepte ist ein direkter Kontakt der Hennen mit Komponenten des Plasmas ausgeschlossen. Das Verfahren arbeitet Rückstandsfrei nach biologisch-physikalischen Prinzipien, weshalb der Einsatz des Kaltplasmasystems im belegten Stall erfolgen kann und auch eine Einhaltung von Wartezeiten hinsichtlich essbarer Gewebe und tierischer Produkte nicht notwendig ist. Grundsätzlich hat das Vorhaben eine direkte Ausrichtung auf eine vermarktungsfähige Anwendung in der Praxis der konventionell bzw. ökologisch betriebenen Haltung von Jung- und Legehennen. Eine spätere Überführung in praxistaugliche Anwendungsverfahren ist vorgesehen.

Hintergrund

Die Rote Vogelmilbe ist ein weltweit relevanter hämatophager, noktogener Ektoparasit, der vorrangig bei der Haltung von Wirtschaftsgeflügel vorkommt und hier gravierende wirtschaftliche und tiergesundheitliche Schäden hervorruft. Sowohl Gewichtsverlust und erhöhte Mortalitätsraten in stark belasteten Beständen als auch Verschlechterungen der Eiqualität sowie Abnahmen der Legeleistung wurden festgestellt. Der Milbenbefall hat nicht nur Leistungsdepressionen und wirtschaftliche Verluste zur Folge, sondern es werden auch Gesundheit und Wohlbefinden der Legehennen erheblich beeinträchtigt, was als hochgradig tierschutzrelevant anzusehen ist. Daneben spielt die Rote Vogelmilbe auch als Überträger von Infektionserregern eine besondere Rolle.

Die Bekämpfung der Roten Vogelmilbe mit chemischen Agenzien ist derzeit die mit weitem Abstand am häufigsten angewendete Maßnahme. Mit der steigenden Zunahme von Resistenzen gegen die entsprechenden Präparate gewinnt in den letzten Jahren die Entwicklung neuer Bekämpfungsverfahren an Bedeutung. Das Projekt soll dazu beitragen, den sowohl unter Tierschutzaspekten als auch aus Sicht des Verbraucherschutzes kritisch anzusehenden Einsatz von Bioziden in der Bekämpfung der Roten Vogelmilbe beträchtlich zu verringern bzw. ggf. vermeidbar zu machen. Es kann damit einen wichtigen Beitrag für den Tierschutz und das Tierwohl sowie die Senkung des Einsatzes von Antiparasitika und ggf. von Medikamenten bzw. Antibiotika in der Nutzgeflügelhaltung liefern.

Projektpartner:

  • Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Göttingen,
    Fakultät Naturwissenschaften und Technik,
    Prof. Dr. S. Wieneke
  • MIK INTERNATIONAL GmbH & Co. KG
    A. Menne
Logo Plasmanyssus

Rote Vogelmilben (Dermanyssus gallinae) nach der Blutmahlzeit

Projektleiter

PD Dr. Thomas Bartels

Mitarbeiterin

Vanessa Rüster

Tel: +49 5141 3846 153
Vanessa.Ruester@fli.de
Dörnbergstr. 25/27
29223 Celle