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Tierseuchengeschehen

Hämorrhagische Kaninchenkrankheit (RHD)

Seit 2015 ist eine Ausbreitung der Hämorrhagischen Kaninchenkrankheit, vor allem ausgelöst durch das Rabbit Haemorrhagic Disease Virus 2 (RHDV-2), auf das gesamte Bundesgebiet zu verzeichnen. Das Friedrich-Loeffler-Institut führt daher Untersuchungen auf Caliciviren (Rabbit Haemorrhagic Disease Virus (RHDV), RHDV-2, European brown hare syndrome virus (EBHSV)) durch, um Daten für die Viruscharakterisierung und Abschätzung zur Ausbreitung der Viren zu gewinnen.

Die Karten zur RHDV-Ausbruchsdiagnostik am FLI (rechts auf dieser Seite) spiegeln die tatsächliche Ausbreitung nur ansatzweise wider, da nur die am FLI diagnostizierten Fälle dargestellt sind. Aus einigen Bundesländern bzw. von bestimmten Untersuchungseinrichtungen werden regelmäßig Proben eingeschickt; andere Regionen sind eher unterrepräsentiert. Eine zentrale Erfassung der RHDV-Befunde wird seit Erlöschen der Meldepflicht nicht mehr durchgeführt.

Die gegen das klassische RHDV zugelassenen Impfstoffe schützen nur bedingt gegen RHDV-2. Um einen optimalen Impfschutz zu erhalten, sollte entsprechend den aktuellen Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) gegen beide Serotypen geimpft werden. Es steht mittlerweile ein bivalenter Impfstoff zur Verfügung, der nach einmaliger Anwendung für ein Jahr gegen beide derzeit zirkulierenden Varianten des Virus Schutz bietet.

Zusätzlich zur Impfung ist auf Maßnahmen des allgemeinen Infektionsschutzes, die einen Eintrag von Virus verhindern sollen, besonderer Wert zu legen: Hygiene, Desinfektion, Kleiderwechsel; wenn möglich Quarantänehaltung bei Zukauf. Im Falle eines RHDV Ausbruchs sind Reinigung, Desinfektion und sichere Beseitigung von potentiell infektiösem Material unerlässlich, um eine Weiterverbreitung einzudämmen. Hierbei ist vor allem die Wahl der richtigen Desinfektionsmittel wichtig: Es ist unbedingt zu beachten, dass Spezialmittel, die gegen unbehüllte Viren wirksam sind, zum Einsatz kommen.