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Institut für Epidemiologie (IfE)

Living in Harmony: Strategien zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest an der Schnittstelle von Wildschweinen und ökologischer Schweinehaltung (LiHASF)

Laufzeit: 01.11.2024 – 31.10.2027

Projektbeschreibung:

Das LiHASF-Projekt zielt darauf ab, innovative Strategien zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu entwickeln, insbesondere an der Schnittstelle zwischen Wildschweinen und ökologischer Schweinehaltung. Es baut auf früheren Forschungen auf, in denen Stakeholder partizipative Modelle zur Analyse von ASP-Bekämpfungsmaßnahmen genutzt haben. Das Projekt hat das Ziel, diese Modelle weiterzuentwickeln, eine Interventionsstudie zur Bewertung gezielter Maßnahmen durchzuführen und eine praxisorientierte Entscheidungshilfe für Landwirte und politische Entscheidungsträger zu entwickeln.

Hintergrund:

ASP stellt eine große Herausforderung für die Schweinehaltung, politische Entscheidungsträger und den Tierschutz dar. Trotz strenger Kontrollmaßnahmen lässt sich das Virus in Wildschweinpopulationen oft nicht vollständig eindämmen, was regelmäßig zu Neueinträgen in Hausschweinebestände führt. Besonders betroffen sind ökologische Schweinehaltungsbetriebe, da ihre Freilandhaltung das Risiko eines direkten oder indirekten Kontakts mit Wildschweinen erhöht. Gleichzeitig genießt die Freilandhaltung politisch und gesellschaftlich große Unterstützung. Daher ist es essenziell, Lösungen zu finden, die sowohl den Schutz der Tiergesundheit als auch den Fortbestand dieser Haltungsform gewährleisten.

Die Anwendung von Systems Thinking (ST) und partizipativem Modellieren kann helfen, diese komplexen Probleme zu bewältigen. Durch die Einbindung verschiedener Stakeholder in den Analyse- und Entscheidungsprozess zielt das Projekt darauf ab, ASP-Bekämpfungsstrategien zu entwickeln, die effektiv, praxisnah und breit akzeptiert sind.

Methoden:

Das Projekt umfasst drei zentrale Arbeitspakete:

  1. Fortsetzung des ersten ST-Zyklus & Interventionsstudie:
    • Auswahl einer geeigneten ASP-Bekämpfungsmaßnahme für die ökologische Schweinehaltung, basierend auf bisherigen Workshops
    • Durchführung einer Interventionsstudie in einer ASP-betroffenen Region zur Bewertung der Machbarkeit und Wirksamkeit der gewählten Maßnahme
    • Auswertung der Studienergebnisse und Weiterentwicklung des ST-Modells
  2. Einleitung des zweiten ST-Zyklus & Stakeholder-Workshops:
    • Durchführung einer Stakeholder-Analyse zur Identifikation weiterer relevanter Akteure im ASP-Management
    • Organisation partizipativer Modellierungsworkshops mit Stakeholdern aus ASP-betroffenen und nicht betroffenen Regionen
    • Verfeinerung kausaler Wirkungsdiagramme (CLDs) und Entwicklung nachhaltigerer und wirksamerer ASP-Bekämpfungslösungen
  3. Entwicklung eines Entscheidungsunterstützungstools:
    • Zusammenführung der Projektergebnisse in einem Entscheidungsunterstützungsrahmen für die ASP-Bekämpfung.
    • Sicherstellung, dass das Tool Aspekte wie Krankheitsprävention, Tierschutz und praktische Umsetzbarkeit in der ökologischen Schweinehaltung berücksichtigt.

Projektziel:

Das LiHASF-Projekt verfolgt das Ziel, die ASP-Bekämpfung durch die Kombination wissenschaftlicher Forschung mit Stakeholder-Beteiligung zu verbessern. Durch die Optimierung von Interventionsstrategien und die Entwicklung einer Entscheidungshilfe soll das Projekt praxisnahe Lösungen bieten, die ökologische Schweinehaltungsbetriebe schützen und gleichzeitig deren Nachhaltigkeit und Einhaltung von Tierschutzstandards sicherstellen.

Beteiligte Wissenschaftler:innen:

PD Dr. Katja Schulz
Dr. Lisa Rogoll
Dr. Jana Schulz
Dr. Antje Schubbert
Stina Auerbach (Doktorandin)

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